allgemeine ärztliche bereitschaftspraxis am klinikum straubing

allgemeine ärztliche bereitschaftspraxis am klinikum straubing

Stellen Sie sich vor, es ist Samstagabend, 19:30 Uhr. Ihr Kind hat seit Stunden Ohrenschmerzen, oder Sie selbst plagen sich mit einem fiebrigen Infekt herum, der einfach nicht abklingen will. Sie fahren los, sehen das große rote Schild der Notaufnahme und denken sich: Hier bin ich richtig. Nach zwei Stunden Warzenschlange erklärt Ihnen eine gestresste Pflegekraft, dass Sie hier falsch sind. Sie werden zur Tür hinausgeschickt, müssen das Gebäude umrunden und stehen plötzlich in der Schlange für die Allgemeine Ärztliche Bereitschaftspraxis am Klinikum Straubing. Das Ergebnis? Drei Stunden Zeitverlust, gereizte Nerven und die Erkenntnis, dass das System Regeln hat, die niemandem erklärt wurden. Ich habe dieses Szenario in meiner Zeit vor Ort hunderte Male erlebt. Menschen kommen mit den falschen Erwartungen, zur falschen Zeit und oft mit den falschen Beschwerden. Wer den Unterschied zwischen einer lebensbedrohlichen Notfallsituation und einer akuten, aber stabilen Erkrankung nicht kennt, zahlt mit seiner Lebenszeit.

Die Verwechslung von Notaufnahme und Allgemeine Ärztliche Bereitschaftspraxis am Klinikum Straubing

Der größte Fehler, den Patienten begehen, ist die Annahme, dass jedes Problem, das am Wochenende auftritt, ein Fall für die klinische Notaufnahme ist. Das Klinikum selbst ist für Unfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle und schwere chirurgische Eingriffe zuständig. Wenn Sie dort mit einer Blasenentzündung oder einem Hexenschuss auftauchen, landen Sie auf der Prioritätenliste ganz unten. Das ist kein böser Wille des Personals, das ist Triage nach medizinischer Dringlichkeit.

Die Lösung ist simpel, wird aber oft ignoriert: Prüfen Sie Ihren Zustand ehrlich. Können Sie noch laufen? Ist Ihr Bewusstsein klar? Haben Sie normale Atemwerte? Wenn ja, ist die Bereitschaftspraxis Ihr Ziel. Viele wissen nicht einmal, dass diese Praxis von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) betrieben wird und nicht direkt vom Krankenhauspersonal. Wer das versteht, spart sich die Frustration, im falschen Wartebereich zu sitzen. Ich habe Patienten gesehen, die vier Stunden in der Chirurgie warteten, nur um dann zu hören, dass der Internist im Bereitschaftsdienst sie in fünf Minuten hätte behandeln können.

Das Timing-Problem oder warum 18 Uhr eine schlechte Idee ist

Viele Patienten denken, sie seien schlau, wenn sie pünktlich zur Öffnung der Praxis vor der Tür stehen. In der Realität führt das zu einem massiven Stau direkt zu Beginn der Schicht. Die Praxis öffnet unter der Woche oft erst am Abend, am Wochenende und an Feiertagen ist sie ganztägig besetzt. Wer genau um 18:00 Uhr kommt, trifft auf all diejenigen, die den ganzen Tag gewartet haben, bis ihr Hausarzt schließt.

In meiner Praxiszeit hat sich gezeigt, dass die Randzeiten oft entspannter sind. Wer gegen 20:30 Uhr oder 21:00 Uhr kommt, findet oft einen fast leeren Warteraum vor. Natürlich gilt das nicht für lebensbedrohliche Dinge, aber bei einem grippalen Infekt macht diese eine Stunde Wartezeit zu Hause im Bett den Unterschied zwischen einem nervenaufreibenden Abend und einer schnellen Abwicklung. Man muss das System wie den Berufsverkehr betrachten: Wer in der Rushhour fährt, steht im Stau. Wer antizyklisch handelt, gewinnt.

Der Irrglaube an die sofortige Krankschreibung

Ein häufiger Reibungspunkt ist die Erwartungshaltung bezüglich bürokratischer Leistungen. Viele kommen in die Allgemeine Ärztliche Bereitschaftspraxis am Klinikum Straubing, nur um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die gesamte nächste Woche zu erhalten. Das ist ein Irrtum, der oft zu hitzigen Diskussionen am Tresen führt. Der Bereitschaftsdienst ist dazu da, die Zeit zu überbrücken, bis der reguläre Hausarzt wieder öffnet.

In der Regel gibt es eine Krankschreibung nur für die Tage, an denen der Hausarzt geschlossen hat – also meistens nur bis zum Montag. Wer erwartet, hier seinen kompletten Papierkram zu erledigen, wird enttäuscht. Das Ziel der Ärzte vor Ort ist die Akutversorgung. Alles, was darüber hinausgeht, gehört in die Hände des Mediziners, der Ihre Krankengeschichte seit Jahren kennt.

Vorher und Nachher im Praxisalltag

Betrachten wir ein konkretes Beispiel aus dem Alltag. Ein Patient, nennen wir ihn Markus, spürt seit Freitagnachmittag ein Brennen beim Wasserlassen. Er ignoriert es erst, hofft auf Besserung. Am Samstagmittag hält er es nicht mehr aus. Er fährt zum Haupteingang des Klinikums, parkt für teures Geld im Parkhaus und stellt sich in der Notaufnahme an. Nach 90 Minuten sagt man ihm, er solle zur Bereitschaftspraxis gehen. Dort wartet er erneut zwei Stunden, weil gerade die Schichtübergabe läuft. Er ist wütend, die Schmerzen werden schlimmer, und er beschimpft die MFA am Empfang.

💡 Das könnte Sie interessieren: dr med karl heinz laszlo

Wie hätte es richtig laufen können? Markus spürt das Problem am Samstagmorgen. Er ruft die 116 117 an, die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dort erfährt er die genauen Öffnungszeiten der Praxis am Klinikum. Er packt seine Versichertenkarte, eine Liste seiner Medikamente und etwas zu trinken ein. Er kommt gegen 14:00 Uhr an, wenn die erste Vormittagswelle abgeebbt ist. Er erklärt sachlich seine Beschwerden. Da er seine Medikamentenliste dabei hat, muss der Arzt nicht raten, was sich mit dem Antibiotikum verträgt. Nach 40 Minuten verlässt er die Praxis mit einem Rezept und einer Empfehlung für den Hausarzt am Montag. Der Unterschied liegt nicht in der medizinischen Behandlung, sondern in der Vorbereitung und dem Verständnis der Abläufe.

Fehlende Vorbereitung kostet alle Beteiligten Zeit

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen ohne ihre Versichertenkarte oder ohne jegliche Information über ihre Vorerkrankungen erscheinen. In der Hektik eines Notfalls ist das verständlich, aber die meisten Besuche in der Bereitschaftspraxis sind keine "Sekundenentscheidungen". Wenn der Arzt Sie fragt, welche Medikamente Sie gegen Ihren Bluthochdruck nehmen, und Sie antworten: "Die kleinen weißen Pillen", dann beginnt das große Rätselraten.

  • Bringen Sie immer Ihren aktuellen Medikationsplan mit.
  • Haben Sie Ihre Versichertenkarte griffbereit, nicht irgendwo ganz unten in der Tasche.
  • Notieren Sie sich, seit wann genau die Beschwerden bestehen und ob Sie Fieber gemessen haben.
  • Denken Sie an Allergien, besonders gegen Antibiotika oder Schmerzmittel.

Jede Rückfrage, die durch fehlende Informationen entsteht, verlängert die Behandlungszeit um Minuten. Rechnet man das auf 40 Patienten pro Schicht hoch, weiß man, warum das Wartezimmer manchmal nicht leerer wird. Ein gut vorbereiteter Patient ist nach zehn Minuten beim Arzt fertig. Ein unvorbereiteter blockiert das Zimmer zwanzig Minuten. In meiner Erfahrung ist das der Hauptgrund für überfüllte Flure.

Die Rolle der Telefonnummer 116 117

Ein fataler Fehler ist es, die bundesweite Rufnummer 116 117 zu ignorieren und einfach "auf gut Glück" loszufahren. Viele Menschen wissen nicht, dass man dort bereits eine erste telefonische Einschätzung bekommt. Manchmal ist der Weg nach Straubing gar nicht nötig, weil ein anderer Diensthabender näher ist oder der Patient direkt an den Notarzt verwiesen werden muss.

Es ist nun mal so: Die Mitarbeiter am Telefon arbeiten mit standardisierten Abfragesystemen, die gefährliche Verläufe erkennen sollen. Wer einfach nur hinfährt, riskiert, dass er vor Ort erfährt, dass der zuständige Fachbereich gerade gar nicht abgedeckt ist oder das Gerät, das man bräuchte, dort nicht zur Verfügung steht. Ein Anruf klärt oft schon im Vorfeld, ob man in der Bereitschaftspraxis überhaupt an der richtigen Adresse ist.

Medikamente und Rezepte sind keine Wunschkonzerte

Oft kommen Menschen in die Praxis und verlangen nach spezifischen Medikamenten, die sie "immer kriegen" oder von denen sie im Internet gelesen haben. Der Arzt im Bereitschaftsdienst ist jedoch zur Wirtschaftlichkeit und zur medizinischen Sorgfalt verpflichtet. Er wird keine starken Schmerzmittel oder Antibiotika verschreiben, nur weil der Patient das möchte.

Besonders schwierig wird es bei Dauermedikamenten. Wer am Samstag feststellt, dass seine Blutdrucktabletten leer sind, hat schlichtweg schlecht geplant. Die Bereitschaftspraxis ist kein Ersatz für den rechtzeitigen Gang zum Hausarzt unter der Woche. In solchen Fällen wird meist nur eine Kleinstpackung verschrieben, die gerade so bis Montag reicht. Die Kosten für die Rezeptgebühr und der Zeitaufwand stehen in keinem Verhältnis zum rechtzeitigen Blick in den Medizinschrank am Donnerstag. Ich habe Leute erlebt, die Stunden gewartet haben, nur um ein Rezept für ein Medikament zu bekommen, das sie problemlos zwei Tage vorher hätten holen können. Das ist verschwendete Lebensmühe.

Ein Realitätscheck für den Ernstfall

Lassen wir die Höflichkeitsfloskeln beiseite. Das System des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Deutschland ist unter Druck. Das Personal ist oft am Limit, und die Räumlichkeiten sind funktional, nicht gemütlich. Wenn Sie Erfolg haben wollen – im Sinne einer schnellen und kompetenten Hilfe –, müssen Sie aufhören, die Praxis als Dienstleister wie einen Supermarkt zu betrachten. Es ist eine medizinische Notfallstruktur.

Erfolg bedeutet hier: Sie bekommen die richtige Medizin für ein akutes Problem und können schnell wieder nach Hause. Das klappt aber nur, wenn Sie mitarbeiten. Wenn Sie ohne Vorbereitung, mit unrealistischen Forderungen nach Langzeit-Krankschreibungen oder wegen Lappalien, die seit drei Wochen bestehen, kommen, werden Sie eine schlechte Erfahrung machen. Das System ist dafür da, die Zeit zu überbrücken, in der normale Praxen zu haben. Nicht mehr und nicht weniger. Wer das akzeptiert, sich vorbereitet und die Stoßzeiten meidet, wird feststellen, dass die Versorgung in Straubing eigentlich hervorragend funktioniert. Aber die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf liegt zu einem großen Teil bei Ihnen selbst. Wenn Sie das nächste Mal überlegen, loszufahren, atmen Sie kurz durch, prüfen Sie Ihre Unterlagen und fragen Sie sich: Muss das wirklich heute Abend sein, oder ist das ein Fall für den Montagmorgen? Diese eine Frage spart Ihnen oft mehr Zeit als jeder vermeintliche Geheimtipp.

DK

David Krause

David Krause spezialisiert sich darauf, komplexe Sachverhalte verständlich und präzise aufzubereiten.