besetzung von der prinz und der abendstern

besetzung von der prinz und der abendstern

Der Wind fegt über die sandsteinernen Zinnen der Burg Křivoklát, ein beißender tschechischer Winterhauch, der durch die schweren Wollkostüme der Schauspieler dringt. Es ist das Jahr 1978, und die Kamera von Václav Vorlíček sucht nicht nach technischer Perfektion, sondern nach einem Blick, der den Funken zwischen der irdischen Welt und dem Kosmos einfängt. Inmitten dieser Kälte steht ein junger Mann mit dunklen, lockigen Haaren, dessen Augen eine Melancholie ausstrahlen, die weit über sein Alter hinausgeht. Juraj Ďurdiak, der den Prinzen Velen verkörpert, bewegt sich durch das Set mit einer Mischung aus aristokratischer Anmut und kindlichem Staunen. Er ahnt in diesem Moment kaum, dass die Besetzung Von Der Prinz Und Der Abendstern eine kulturelle Brücke schlagen wird, die Jahrzehnte später noch immer Millionen von Menschen in ihren Bann zieht, wenn die Tage kürzer werden und die Sehnsucht nach einer Welt wächst, in der das Schicksal noch in den Sternen geschrieben steht.

Dieses Werk ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Szenen; es ist ein Destillat einer Ära, in der das tschechoslowakische Kino die Kunst des Märchens perfektionierte. Während im Westen die Spezialeffekte von Star Wars die Leinwände eroberten, setzte Vorlíček auf die Kraft der Gesichter und die Tiefe der Kulissen. Er wusste, dass die Magie nicht aus dem Computer kommt, sondern aus der Spannung zwischen den Charakteren. Der Film basiert lose auf einem Märchen von Božena Němcová, doch die filmische Umsetzung verlieh der Geschichte eine fast opernhafte Schwere und zugleich eine Leichtigkeit, die nur durch das Zusammenspiel der Akteure entstehen konnte. Es geht um die Suche nach Identität, um den Mut, sich gegen die dunklen Mächte des Wolkenbruchs zu stellen, und vor allem um die bedingungslose Liebe zu den Schwestern, die durch die Himmelskörper repräsentiert werden.

Die Wahl der Schauspieler war kein Zufall, sondern eine sorgfältige Kuratierung von Temperamenten. Man suchte nach Menschen, die das Übernatürliche erden konnten. In den Gesichtern der drei Schwestern – der Abendstern, der Morgenstern und der Tagesstern – spiegelte sich eine jenseitige Ruhe wider, die im krassen Gegensatz zur nervösen Energie des jungen Prinzen stand. Diese Dynamik bildete das Rückgrat der gesamten Erzählung. Jede Bewegung, jeder Blickwechsel in den weiten Hallen der Burg war darauf ausgelegt, den Zuschauer glauben zu lassen, dass diese Wesen tatsächlich aus dem Licht der Gestirne gewoben waren.

Die Magie hinter der Besetzung Von Der Prinz Und Der Abendstern

Wenn man heute die alten Filmrollen betrachtet, fällt auf, wie sehr Libuše Šafránková das Zentrum dieses Universums bildete. Als Abendstern war sie weit mehr als eine bloße Märchenprinzessin. Sie war bereits durch ihre Rolle in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zur Ikone des tschechischen Films aufgestiegen, doch hier zeigte sie eine andere Facette ihres Könnens. Es war eine Reife in ihrem Spiel, eine stille Autorität, die sie zur perfekten Verkörperung eines Himmelskörpers machte. Ihre Präsenz am Set verlieh der gesamten Produktion eine Ernsthaftigkeit, die verhinderte, dass die Geschichte ins Kitschige abdriftete.

Die Architektur der Charaktere

Hinter der Kamera arbeitete ein Team, das die Psychologie der Farben und Formen verstand. Die Kostüme von Theodor Pištěk, der später für seine Arbeit an „Amadeus“ einen Oscar gewinnen sollte, waren keine bloßen Verkleidungen. Sie waren Erweiterungen der Persönlichkeiten. Für die Besetzung Von Der Prinz Und Red Abendstern bedeutete dies, dass die physische Schwere der Gewänder den Schauspielern eine bestimmte Haltung aufzwang. Wenn der böse Zauberer Mrakomor die Szenerie betrat, gespielt von dem charismatischen Radoslav Brzobohatý, dann war seine Bedrohlichkeit physisch greifbar. Brzobohatý brachte eine Männlichkeit und eine dunkle Energie ein, die den Prinzen Velen erst wirklich zum Helden reifen ließ. Ein Held ist schließlich immer nur so gut wie sein Widersacher.

In den Pausen zwischen den Aufnahmen saßen die Schauspieler oft zusammen in den provisorischen Kantinen der tschechischen Filmstudios Barrandov. Dort, in den heiligen Hallen, in denen schon Generationen von Filmemachern ihre Träume auf Zelluloid gebannt hatten, diskutierten sie über die Nuancen ihrer Rollen. Ďurdiak, der eigentlich aus der Slowakei stammte, musste seine Texte auf Tschechisch lernen, was seiner Darstellung eine zusätzliche Ebene der Konzentration verlieh. Jedes Wort war abgewogen, jeder Satz saß. Diese Präzision spürt man in jeder Einstellung des fertigen Films. Es ist diese handwerkliche Hingabe, die das Werk von modernen, oft gehetzten Produktionen unterscheidet.

Die Beziehung zwischen dem Regisseur und seinen Darstellern war von blindem Vertrauen geprägt. Vorlíček war bekannt dafür, seinen Schauspielern Raum für Improvisation zu lassen, solange sie innerhalb der emotionalen Wahrheit ihrer Figuren blieben. Das führte dazu, dass kleine Gesten, wie das Zögern Velens vor der großen Prüfung oder das mitleidige Lächeln des Abendsterns, eine Tiefe erhielten, die so nicht im Drehbuch stand. Es sind diese menschlichen Momente, die den Film zeitlos machen. Wir sehen uns nicht nur ein Märchen an; wir sehen Menschen zu, die mit den großen Fragen des Lebens ringen – Mut, Verlust und die Hoffnung auf Erlösung.

Man darf nicht vergessen, unter welchen Bedingungen damals gearbeitet wurde. Die Tschechoslowakei der 70er Jahre war ein Land im politisch-gesellschaftlichen Stillstand, doch in den Filmstudios herrschte eine kreative Freiheit, die ihresgleichen suchte. Das Märchen bot eine Nische, einen Schutzraum, in dem man universelle Wahrheiten aussprechen konnte, ohne die Zensur zu fürchten. Die Symbolik von Licht und Schatten, von den Sternen und der Erde, war für das Publikum damals leicht zu dechiffrieren. Der Abendstern stand für das Unerreichbare, für die Freiheit, die man nur in der Unendlichkeit des Himmels finden konnte.

Ein besonderes Augenmerk verdient die Darstellung des Königs, gespielt von Oldřich Táborský. Er verkörperte die alte Welt, die Traditionen, die im Wandel begriffen waren. Seine Interaktion mit den jungen Protagonisten zeigt den Generationenkonflikt auf eine sehr subtile Weise. Es geht darum, das Erbe anzutreten, ohne die eigene Seele zu verlieren. In den Augen des Königs sieht man die Sorge eines Vaters, aber auch die Weisheit eines Mannes, der weiß, dass man die Sterne nicht festhalten kann. Diese melancholische Note zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film und verleiht ihm seine einzigartige Atmosphäre.

Das Licht der Sterne in der Dunkelheit

Die visuellen Effekte waren für die damalige Zeit revolutionär, auch wenn sie aus heutiger Sicht handgemacht wirken. Doch genau diese Haptik ist es, die uns heute so anspricht. Wenn der Abendstern leuchtet, dann ist das kein kalter Pixel-Effekt, sondern das Ergebnis von geschickter Beleuchtung und optischen Tricks, die direkt vor der Linse entstanden. Die Schauspieler mussten oft mit nichts interagieren, als sich vorzustellen, wie der Glanz sie umhüllt. Dies erforderte eine enorme Vorstellungskraft und ein tiefes Verständnis für die narrative Struktur der Szene.

Es gab Momente am Set, in denen die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwamm. Während der Dreharbeiten in den tiefen Wäldern Böhmens, wenn der Nebel zwischen den Bäumen hing und die einzige Lichtquelle die Fackeln der Crew waren, fühlten sich die Beteiligten oft wie Reisende in einer anderen Zeit. Diese Stimmung übertrug sich direkt auf das Material. Die Schauspieler brauchten keine Anweisungen mehr, um ehrfürchtig oder verängstigt zu wirken – die Umgebung tat ihr Übriges. Diese Authentizität ist der Grund, warum der Film auch nach fast fünf Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat.

Die Musik von Svatopluk Havelka spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle. Sie ist kein bloßes Hintergrundgeräusch, sondern ein eigenständiger Charakter, der die Emotionen der Szenen verstärkt und manchmal sogar vorwegnimmt. Die orchestralen Klänge fangen das Glitzern der Sterne ebenso ein wie das Grollen des Donners, wenn Mrakomor erscheint. Die Schauspieler bewegten sich oft im Rhythmus dieser inneren Musik, was ihren Darstellungen eine fast tänzerische Qualität verlieh. Besonders in den Szenen, in denen die Geschwister aufeinandertreffen, wird deutlich, wie sehr Ton und Bild hier zu einer unzertrennlichen Einheit verschmelzen.

💡 Das könnte Sie interessieren: american pie presents band

Es ist bemerkenswert, wie sehr das Ensemble als Kollektiv funktionierte. Es gab keine Eitelkeiten, keine Stars, die sich über die anderen erhoben – obwohl Šafránková zu diesem Zeitpunkt bereits ein Megastar war. Sie fügte sich nahtlos in das Gefüge ein und unterstützte ihre jüngeren oder weniger erfahrenen Kollegen. Diese Kameradschaft am Set ist in jeder gemeinsamen Szene spürbar. Es herrscht eine Wärme und eine gegenseitige Achtung, die man nicht künstlich herstellen kann. Das Publikum spürt diesen Respekt, und er überträgt sich auf die Art und Weise, wie wir die Figuren wahrnehmen.

In einer Welt, die immer komplexer und oft auch kälter wird, bietet dieser Film einen Rückzugsort. Er erinnert uns daran, dass es Dinge gibt, die größer sind als wir selbst, und dass der Kampf für das Gute, so pathetisch es auch klingen mag, niemals umsonst ist. Die Schauspieler haben ihren Figuren Seelen eingehaucht, die über die Leinwand hinaus bestehen bleiben. Wenn wir heute den Abendstern sehen, sehen wir nicht nur eine Schauspielerin in einem glitzernden Kleid; wir sehen die Hoffnung, dass nach jeder dunklen Nacht ein neuer Morgen anbricht.

Die Rezeption des Films im deutschsprachigen Raum, besonders in der ehemaligen DDR, war phänomenal. Er wurde zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsprogramms, ähnlich wie sein berühmter Vorgänger mit den drei Haselnüssen. Doch während Aschenbrödel eher die Sehnsucht nach sozialem Aufstieg und Gerechtigkeit bediente, rührte der Abendstern an tiefere, fast existenzielle Saiten. Es ging um die kosmische Ordnung, um den Platz des Menschen im Universum und um die Erkenntnis, dass selbst die mächtigsten Sterne auf die Hilfe eines sterblichen Prinzen angewiesen sein können.

Wenn man heute mit Menschen spricht, die den Film in ihrer Kindheit gesehen haben, leuchten ihre Augen auf. Sie erinnern sich nicht an die Handlung im Detail, aber sie erinnern sich an das Gefühl, das der Film in ihnen ausgelöst hat. Sie erinnern sich an die Angst vor Mrakomor und an die Erleichterung, wenn das Licht des Abendsterns die Dunkelheit durchschnitt. Das ist die wahre Macht des Kinos: Momente zu erschaffen, die zu einem Teil unserer eigenen Biografie werden. Die Schauspieler haben uns Geschenke hinterlassen, die nicht altern, weil sie aus einer Aufrichtigkeit heraus entstanden sind, die zeitlos ist.

Juraj Ďurdiak sagte Jahre später in einem Interview, dass er sich am Set oft wie ein Eindringling in einer Welt fühlte, die viel schöner war als die Realität. Dieser Hauch von Demut ist es, der seine Darstellung des Prinzen Velen so nahbar macht. Er ist kein unfehlbarer Held, er ist ein Suchender. Und in seiner Suche finden wir uns alle ein Stück weit wieder. Wir alle suchen nach unserem Abendstern, nach dem Licht, das uns den Weg weist, wenn die Welt um uns herum im Chaos zu versinken droht.

🔗 Weiterlesen: a dream within a

Am Ende des Films, wenn der Kampf gewonnen ist und die Ordnung wiederhergestellt scheint, bleibt ein leiser Ton der Wehmut zurück. Die Sterne kehren an den Himmel zurück, und der Prinz bleibt auf der Erde. Es ist eine Trennung, die notwendig ist, aber schmerzt. Doch in diesem Schmerz liegt auch eine tiefe Schönheit. Er erinnert uns daran, dass das Wunderbare oft nur für einen kurzen Moment in unser Leben tritt, um uns zu verändern und uns dann wieder der Normalität zu überlassen – allerdings mit einem Herzen, das nun weiß, wie es ist, von den Sternen berührt zu werden.

Die letzte Klappe fiel damals im Studio, das Licht der Scheinwerfer erlosch, und die Schauspieler kehrten in ihren Alltag zurück. Doch auf dem Zelluloid blieb etwas zurück, das die Zeit überdauert hat. Wenn der Winterwind heute um die Zinnen von Křivoklát heult, kann man sich fast vorstellen, dass irgendwo dort oben der Abendstern über uns wacht, ruhig und beständig. Es ist die Beständigkeit einer Geschichte, die uns lehrt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern das Handeln trotz ihr.

Der Abspann rollt, die Musik verklingt langsam, und in der Stille des Raumes bleibt das Gefühl zurück, dass die Grenze zwischen dem Irdischen und dem Himmlischen vielleicht doch nur ein dünner Schleier ist, der sich jederzeit heben kann. Wir schauen nach oben, suchen den ersten hellen Punkt am Firmament und wissen, dass die wahre Magie nicht im Verstehen liegt, sondern im Fühlen eines einzigen, unvergesslichen Augenblicks.

CL

Christian Lehmann

Christian Lehmann verbindet redaktionelle Sorgfalt mit erzählerischer Klarheit und macht relevante Themen greifbar.