besetzung von die rechte und die linke hand des teufels

besetzung von die rechte und die linke hand des teufels

Wer an den Wilden Westen denkt, hat oft staubige Reiter, grimmige Blicke und das Pfeifen einer Kugel im Ohr. Doch 1970 passierte etwas Seltsames. Ein Typ auf einer Schleifbahn, gezogen von einem Pferd, schlummerte seelenruhig in der prallen Sonne, während er durch den Dreck rutschte. Das war der Moment, in dem der Italowestern sein ernstes Gesicht verlor und sein grinsendes fand. Die Besetzung von Die Rechte und die Linke Hand des Teufels markierte den Punkt, an dem Bud Spencer und Terence Hill nicht mehr nur zwei Schauspieler unter vielen waren, sondern ein kulturelles Phänomen. Es geht hier nicht bloß um einen Film mit ein paar Schlägereien. Es geht um die perfekte Chemie zweier Männer, die eigentlich gar nicht zusammenpassen sollten. Wenn du heute an diesen Klassiker denkst, siehst du sofort die riesigen Pfannen voller Bohnen und hörst das klatschen einer flachen Hand auf einer unrasierten Wange.

Die Magie hinter dem Duo und ihren Rollen

E.B. Clucher, eigentlich Enzo Barboni, hatte eine Vision, die damals fast niemand teilen wollte. Er wollte den Western parodieren. Er wollte weg vom zynischen Realismus eines Sergio Leone. Er suchte nach Gesichtern, die den harten Kerl mimen konnten, aber dabei ein Augenzwinkern im Blick behielten. Dass am Ende die Besetzung von Die Rechte und die Linke Hand des Teufels so legendär wurde, war zum Teil Zufall, zum Teil hartnäckiges Casting. Terence Hill, mit bürgerlichem Namen Mario Girotti, brachte diese unverschämte Leichtigkeit mit. Er war der "Prügel-Engel". Schnell, flink, blauäugig und immer einen Spruch auf den Lippen. Sein Gegenpart, Bud Spencer alias Carlo Pedersoli, war die personifizierte Ruhe. Ein massiver Fels in der Brandung, der eigentlich nur schlafen oder essen wollte, aber ständig von seinem flinken Bruder in Schwierigkeiten gebracht wurde.

Der Weg von Mario Girotti zu Terence Hill

Man darf nicht vergessen, dass Terence Hill vor diesem Film schon eine beachtliche Karriere im ernsten Fach hatte. Er spielte im "Leoparden" von Luchino Visconti mit. Er war kein unbeschriebenes Blatt. Aber erst die Rolle des "Müden Joe" gab ihm die Freiheit, sein komödiantisches Talent voll auszuspielen. Joe ist ein Herumtreiber. Er ist der schnellste Schütze im Westen, doch er nutzt seine Waffe fast nie, um zu töten. Er demütigt seine Gegner lieber durch Geschwindigkeit und Geschicklichkeit. Diese Rolle erforderte eine physische Präsenz, die Hill perfekt verkörperte. Er war drahtig und beweglich, ein krasser Kontrast zu den schweren, langsamen Antagonisten des Films.

Carlo Pedersoli als der bärige Bambi

Bud Spencer war ein Phänomen für sich. Bevor er zum Film kam, war er ein erfolgreicher Schwimmer und Wasserballspieler. Er nahm sogar an Olympischen Spielen teil. Diese sportliche Vergangenheit sieht man ihm in seinen Filmen kaum an, doch sie gab ihm die nötige Körperbeherrschung für die aufwendig choreografierten Schlägereien. Als "Der Kleine" (Bambi) im Film ist er der unfreiwillige Sheriff, der eigentlich nur seine Ruhe vor dem Gesetz will. Er ist der Mann fürs Grobe. Wenn er zuschlägt, dann sitzt das. Es gab damals niemanden, der diese Mischung aus grimmiger Miene und herzensgutem Kern so authentisch rüberbrachte wie er.

Die Besetzung von Die Rechte und die Linke Hand des Teufels und ihre Widersacher

Ein guter Held ist nur so gut wie sein Gegenspieler. Das gilt auch für eine Komödie. In diesem Film übernimmt Farley Granger die Rolle des Major Harriman. Granger war ein gestandener Hollywood-Star, bekannt aus Hitchcock-Klassikern wie "Cocktail für eine Leiche". Dass ein solcher Kaliber in einer italienischen Western-Komödie mitspielte, zeigt, welchen Stellenwert das Projekt trotz des humoristischen Ansatzes hatte. Er spielt den arroganten Landbesitzer mit einer herablassenden Eleganz, die ihn zum perfekten Ziel für Joes Streiche macht.

Die mormonische Gemeinschaft als moralischer Anker

Ein zentraler Teil der Handlung dreht sich um die Siedlergruppe, die zwischen die Fronten gerät. Dan Sturkie spielt den Anführer Tobias. Diese Charaktere sind bewusst naiv und friedfertig gezeichnet. Sie bilden den emotionalen Kern des Films. Ohne ihre Schutzbedürftigkeit hätten Joe und Bambi keinen Grund, einzugreifen. Die Dynamik zwischen den rauen Revolverhelden und den gottesfürchtigen Siedlern sorgt für einige der stärksten Momente im Film. Es ist dieses Spiel mit den Kontrasten, das den Film über eine reine Blödel-Komödie hinaushebt.

Die Schergen und Stuntmen

Man darf die Bedeutung der Stunt-Truppe nicht unterschätzen. In den 70er Jahren gab es kein CGI. Jede Schlägerei war echte Knochenarbeit. Viele der Darsteller, die hier als namenlose Revolverhelden auftauchen, gehörten zum festen Repertoire des Italowesterns. Riccardo Pizzuti ist hier das prominenteste Beispiel. Er ist der Mann, der in fast jedem Spencer-Hill-Film ordentlich Prügel bezieht. Sein markantes Gesicht und seine Fähigkeit, spektakuläre Stürze hinzulegen, machten ihn zum heimlichen Star der zweiten Reihe. Er war der Sandsack, an dem sich das Duo abarbeitete, und er tat das mit einer Hingabe, die Bewunderung verdient.

Warum der Film heute noch funktioniert

Es ist die Zeitlosigkeit der Motive. Gerechtigkeit, die von Außenseitern durchgesetzt wird. Der Triumph des Witzes über die Arroganz der Macht. Und natürlich das Essen. Die legendäre Szene am Anfang, in der Terence Hill eine ganze Pfanne Bohnen verschlingt, ist in die Popkultur eingegangen. Fun Fact am Rande: Hill hat für diese Szene zwei Tage lang gefastet, um den Hunger so echt wie möglich wirken zu lassen. Das ist Hingabe.

Die Sprache als Erfolgsfaktor

In Deutschland haben wir dem Film viel zu verdanken, was über das Visuelle hinausgeht. Die Synchronisation von Rainer Brandt schuf einen völlig neuen Sprachstil. Das "Schnodderdeutsch" machte die Filme hierzulande erst zu den Megahits, die sie heute sind. Sprüche wie "Hat dir eigentlich schon mal einer mit einem Vorschlaghammer auf die Zwölfe gehämmert?" existieren im italienischen Original so gar nicht. Sie sind eine deutsche Schöpfung, die den Geist der Besetzung perfekt einfing.

Musikalische Untermalung durch Franco Micalizzi

Der Soundtrack ist ein Ohrwurm-Garant. Das Pfeifen im Titelthema erinnert sofort an die Weite der Prärie, aber mit einem fröhlichen Unterton. Die Musik von Franco Micalizzi unterstreicht den lockeren Tonfall. Sie ist nicht so episch wie die Werke von Ennio Morricone, aber sie ist ebenso prägend für das Genre des Comedy-Westerns. Wenn die ersten Töne von "Trinity: Titoli" erklingen, weiß jeder Fan sofort, was die Stunde geschlagen hat. Du kannst dir den Track auf Plattformen wie Spotify anhören, um das Feeling direkt zurückzuholen.

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Reale Schauplätze in Spanien und Italien

Viele denken beim Anblick der Wüstenlandschaften sofort an Arizona oder Texas. In Wahrheit wurde der Großteil in Italien gedreht, vor allem in den Abruzzen und in der Nähe von Rom. Die Camposecco-Ebene bei Camerata Nuova diente als Kulisse für das Tal der Mormonen. Wer heute dorthin reist, kann die Orte immer noch besuchen. Es hat etwas Magisches, auf dem Boden zu stehen, auf dem Bud Spencer seine berühmten Dampfhammer-Schläge verteilte.

Die logistischen Herausforderungen der 70er

Ein Filmset in den Bergen Italiens war damals kein Luxusurlaub. Die Infrastruktur war dürftig. Das Team musste improvisieren. Bud Spencer erzählte in seinen Memoiren oft davon, wie rustikal es zuging. Aber genau diese Hemdsärmeligkeit spürt man im fertigen Film. Es wirkt nicht glattgebügelt. Es wirkt echt. Dreckig, schweißtreibend und voller Leidenschaft. Wer mehr über die Geschichte des italienischen Kinos erfahren möchte, findet beim Filminstitut oft spannende Hintergründe zu den Produktionsbedingungen dieser Ära.

Die Bedeutung von Kameramann Enzo Barboni

Bevor er Regie führte, war Barboni ein erfahrener Kameramann. Er arbeitete unter anderem bei "Django" mit. Er wusste genau, wie man Western-Atmosphäre einfängt. Sein Talent für Komposition sieht man in jeder Einstellung. Er nutzte die Weitwinkel-Aufnahmen, um die Einsamkeit der Charaktere zu zeigen, nur um im nächsten Moment nah an die Gesichter ranzugehen, wenn die Komik greifen musste. Er verstand, dass Humor im Western nur funktioniert, wenn die Umgebung ernst aussieht. Wenn die Welt um die Helden herum echt wirkt, wird ihr absurdes Verhalten umso lustiger.

Das Erbe des Films

Ohne diesen Erfolg hätte es die späteren Klassiker wie "Vier Fäuste für ein Halleluja" nie gegeben. Der Film war die Blaupause. Er definierte die Rollenverteilung: Der Schlaue und der Starke. Ein Konzept, das später in unzähligen anderen Filmen und Serien kopiert wurde. Sogar im modernen Actionkino finden sich Spuren dieser Dynamik. Es ist das klassische Buddy-Movie-Prinzip, perfektioniert im Staub des fiktiven Westens.

Die Technik der Schlägereien

Man muss sich die Kämpfe genau ansehen. Sie sind wie ein Tanz. Jeder Schlag, jeder Sturz ist getaktet. Bud Spencer schlug oft nicht wirklich zu, sondern nutzte die Wucht seiner Bewegung, während sein Gegenüber den Treffer durch akrobatisches Zurückweichen verkaufte. Das Ziel war nie Brutalität. Das Ziel war Spektakel. Es sollte aussehen wie in einem Comic. Blut sieht man fast nie. Die Gewalt ist abstrahiert und dadurch familienfreundlich geworden. Das war der Schlüssel zum Massenerfolg.

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Tipps für einen perfekten Spencer-Hill-Abend

Wenn du dir diesen Klassiker heute ansiehst, solltest du es richtig machen. Schnapp dir eine gusseiserne Pfanne. Koch dir eine ordentliche Portion Bohnen mit Speck. Ein ordentliches Stück Brot dazu, das du mit der Hand abbrichst. Dann schalte den Film ein und achte auf die kleinen Details in der Mimik von Bud Spencer, wenn er mal wieder von Terence Hill genervt ist.

  1. Such dir die digital restaurierte Fassung. Die Farben der italienischen Landschaft kommen dort viel besser zur Geltung.
  2. Achte auf die Statisten. Viele Gesichter tauchen in späteren Filmen wieder auf, oft in völlig anderen Rollen.
  3. Dreh den Ton laut. Die Soundeffekte der Schläge sind legendär und gehören zum Erlebnis einfach dazu.
  4. Schau dir danach die Fortsetzung an, um zu sehen, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben.

Ehrlich gesagt gibt es kaum Filme aus dieser Zeit, die so gut gealtert sind. Klar, das Tempo ist langsamer als bei heutigen Blockbustern. Aber die Gags zünden immer noch. Das liegt an der menschlichen Komponente. Wir alle kennen jemanden, der uns in den Wahnsinn treibt, den wir aber trotzdem irgendwie brauchen. Diese universelle Wahrheit macht das Duo unsterblich. Wer sich für die vollständige Filmografie der beiden interessiert, kann auf der offiziellen Seite von Terence Hill stöbern. Dort gibt es oft Einblicke in die privaten Archive der Schauspieler.

Häufige Fehler beim Schauen

Viele machen den Fehler und erwarten einen knallharten Western. Wenn du mit dieser Erwartung rangehst, wirst du enttäuscht. Du musst dich auf die Absurdität einlassen. Akzeptiere, dass Joe ein Pferd hat, das fast intelligenter ist als er. Akzeptiere, dass Bambi ein Sheriff ist, der keine Gesetze mag. Wenn du diese Grundvoraussetzungen schluckst, hast du den Spaß deines Lebens. Ein weiterer Fehler ist es, die Filme nur als "Kinderfilme" abzutun. Die handwerkliche Qualität, die Kameraarbeit und das Timing der Pointen sind auf einem Niveau, das viele moderne Komödien nicht erreichen.

Ein Blick in die Zukunft des Fandoms

Auch Jahre nach dem Tod von Bud Spencer ist die Fangemeinde riesig. Es gibt Fantreffen, Museen und ständig neue Fan-Projekte. Das zeigt, dass die Besetzung von Die Rechte und die Linke Hand des Teufels mehr war als nur ein Job für die Beteiligten. Es war der Startschuss für eine Ära, die Millionen Menschen weltweit verbindet. Die Werte, die in diesen Filmen vermittelt werden – Freundschaft, Zusammenhalt und ein gewisses Maß an Rebellion gegen Ungerechtigkeit – sind heute aktueller denn je.

Um das Wissen zu vertiefen, kannst du folgende Schritte unternehmen:

  • Besuche die Drehorte in den Abruzzen, falls du mal in Italien bist. Es ist eine großartige Wandergegend.
  • Lies die Autobiografien von Bud Spencer. Er war ein hochintelligenter Mann mit einer faszinierenden Lebensgeschichte.
  • Vergleiche die deutsche Synchronfassung mit dem italienischen Original. Es ist erstaunlich, wie viel Kreativität in der Übersetzung steckt.
  • Schau dir die frühen ernsthaften Western von Terence Hill an, um seine schauspielerische Bandbreite zu verstehen.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass dieser Film ein Glücksfall der Kinogeschichte war. Alles kam zusammen: Das richtige Drehbuch, der mutige Regisseur und zwei Hauptdarsteller, die eine Chemie entwickelten, die man nicht planen kann. Es ist ein Stück Kulturgut, das man immer wieder neu entdecken kann. Viel Spaß beim nächsten Mal, wenn der müde Joe wieder auf seiner Schleifbahn durch das Bild rutscht.

CL

Christian Lehmann

Christian Lehmann verbindet redaktionelle Sorgfalt mit erzählerischer Klarheit und macht relevante Themen greifbar.