Das Hollywood-Studio Warner Bros gab am vergangenen Dienstag die detaillierten Bilanzen für das vergangene Jahrzehnt bekannt, in denen auch das kommerzielle Abschneiden für den We Are Your Friends Film aufgeführt ist. Die Produktion, die unter der Regie von Max Joseph entstand, markierte im Jahr 2015 einen signifikanten Tiefpunkt in der Geschichte der nordamerikanischen Kinostarts für Großstudios. Laut Daten von Box Office Mojo spielte das Werk an seinem Eröffnungswochenende in 2.333 Kinos lediglich 1,8 Millionen US-Dollar ein.
Dieser Betrag entsprach einem Durchschnitt von 758 US-Dollar pro Kinoleinwand, was das Projekt zum damaligen Zeitpunkt auf den vierten Platz der schlechtesten Starts in der US-Kinogeschichte für Filme mit einer Veröffentlichung in über 2.000 Lichtspielhäusern setzte. Branchenanalysten von Comscore führen das Ergebnis auf eine Fehlkalkulation der Zielgruppe zurück, da die elektronische Tanzmusik-Szene zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits eine Sättigung erreicht hatte. Die Marketingabteilung von Warner Bros investierte Schätzungen zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag in die Werbung, der durch die globalen Gesamteinnahmen von rund 11,1 Millionen US-Dollar nicht gedeckt wurde.
Produktion und Hintergründe zum We Are Your Friends Film
Die Entwicklung des Projekts begann im Jahr 2014, als Max Joseph gemeinsam mit Meaghan Oppenheimer das Drehbuch verfasste. Als Hauptdarsteller verpflichtete das Studio Zac Efron, der die Rolle des aufstrebenden DJs Cole Carter übernahm. Die Handlung konzentrierte sich auf die Subkultur der Electronic Dance Music in Los Angeles und thematisierte den sozialen Aufstieg sowie die berufliche Integrität innerhalb der Musikindustrie.
Working Title Films und Studiocanal fungierten als beteiligte Produktionsgesellschaften, während Warner Bros die Verleihrechte für den nordamerikanischen Markt erwarb. Die Dreharbeiten fanden primär im San Fernando Valley statt, um eine authentische Atmosphäre der lokalen Musikszene einzufangen. Joseph nutzte für die visuelle Gestaltung Techniken, die an Dokumentarfilme erinnerten, um die Arbeitsweise von Produzenten elektronischer Musik darzustellen.
Die Kosten für die reine Produktion beliefen sich laut einem Bericht des Hollywood Reporter auf etwa sechs Millionen US-Dollar. Da Warner Bros lediglich zwei Millionen US-Dollar für die Verleihrechte zahlte, blieb das finanzielle Risiko für das Studio im Vergleich zu anderen Sommerblockbustern zunächst begrenzt. Dennoch überstiegen die Kosten für die spätere weltweite Vermarktung die Einnahmen an den Kinokassen deutlich.
Rezeption und kritische Einordnung
Die Kritiken für das Drama fielen bei der Veröffentlichung gemischt aus. Auf der Plattform Rotten Tomatoes hält die Produktion eine Bewertung von 39 Prozent basierend auf den Urteilen von 138 professionellen Filmkritikern. Die Rezensenten lobten zwar die schauspielerische Leistung von Zac Efron, kritisierten jedoch die Vorhersehbarkeit der Handlung und die klischeehafte Darstellung der Musikbranche.
Ein zentraler Kritikpunkt der Fachpresse betraf die Diskrepanz zwischen der beworbenen Party-Atmosphäre und dem tatsächlichen Coming-of-Age-Kern der Geschichte. Richard Roeper von der Chicago Sun-Times merkte an, dass der Film zwar visuell ansprechend sei, aber inhaltlich wenig neue Impulse für das Genre liefere. In Europa fielen die Reaktionen ähnlich verhalten aus, was sich in den niedrigen Besucherzahlen in Ländern wie Deutschland und Frankreich widerspiegelte.
Die Musikredaktion des Rolling Stone Magazins wies darauf hin, dass die Darstellung der DJ-Kultur im We Are Your Friends Film zu einem Zeitpunkt kam, als der Trend der sogenannten EDM-Welle seinen Zenit bereits überschritten hatte. Dies erschwerte den Zugang zum jungen Publikum, das sich zu diesem Zeitpunkt bereits anderen musikalischen Strömungen zugewandt hatte. Die Authentizität der im Film gezeigten technischen Prozesse beim Produzieren von Tracks wurde hingegen von einigen Musikproduzenten positiv hervorgehoben.
Analyse der Marktpositionierung
Der Misserfolg an den Kinokassen löste innerhalb der Industrie eine Debatte über die Vermarktbarkeit von nischigen Subkulturen in einem Massenmedium aus. Analysten der Investmentbank Cowen and Company stellten fest, dass junge Kinogänger zunehmend schwerer durch traditionelle Kinowerbung zu erreichen sind. Das Marketing konzentrierte sich stark auf soziale Medien, konnte dort jedoch nicht die notwendige Dynamik für einen Kinobesuch erzeugen.
Jeff Goldstein, der damalige Vertriebschef von Warner Bros, erklärte gegenüber der Presse, dass man über das Ergebnis enttäuscht sei, die Investition jedoch als Teil einer breiteren Talentförderung betrachtete. Die Veröffentlichung fiel zudem in ein Wochenende mit starker Konkurrenz durch bereits etablierte Filme. Dies führte dazu, dass die Kinosäle bereits am zweiten Wochenende nach dem Start massiv reduziert wurden.
Einflüsse auf die Karriere der Beteiligten
Für den Regisseur Max Joseph bedeutete das Ergebnis eine Zäsur in seiner Spielfilmkarriere. Zuvor war er vor allem durch die MTV-Serie Catfish bekannt geworden, die sich mit Internet-Identitäten befasste. Trotz des kommerziellen Scheiterns seines Kinodebüts erhielt er Lob für die technische Umsetzung einzelner Sequenzen, insbesondere für die grafische Aufbereitung der Musiktheorie innerhalb der Handlung.
Zac Efron gelang es in der Folgezeit, sein Image durch Rollen in erfolgreichen Komödien und biografischen Dramen zu festigen. Die Beteiligung an dem Projekt wurde von seinem Management später als Versuch gewertet, sich von seinem Hintergrund als Teenie-Idol zu emanzipieren. Emily Ratajkowski, die die weibliche Hauptrolle spielte, nutzte die Aufmerksamkeit für weitere Engagements in der Mode- und Filmbranche.
Langfristige Auswertung auf Streaming-Plattformen
In den Jahren nach dem Kinostart verzeichnete die Produktion eine stabile Nachfrage auf digitalen Leihplattformen und Streaming-Diensten. Daten von JustWatch deuten darauf hin, dass das Werk besonders in den Sommermonaten regelmäßig in den Abruf-Charts für Musikfilme auftaucht. Die Zweitverwertung durch Lizenzen an Anbieter wie Netflix und Amazon Prime Video trug dazu bei, die anfänglichen Verluste der Produktionsfirmen teilweise zu kompensieren.
Kulturelle Auswirkungen und Erbe
Trotz des mangelnden finanziellen Erfolgs hinterließ die Darstellung der DJ-Kultur Spuren in der Popkultur. Der Soundtrack, der Titel von Künstlern wie Justice, Years & Years und Kygo umfasst, erreichte in den spezialisierten Dance-Charts der USA hohe Platzierungen. Das Album gilt heute als Zeitdokument für den Sound der Mitte der 2010er Jahre.
In Fachforen für elektronische Musik wird die Produktion gelegentlich für die realitätsnahe Darstellung von Producing-Software und Hardware gelobt. Im Gegensatz zu vielen anderen Hollywood-Produktionen wurden tatsächliche Geräte und Arbeitsabläufe gezeigt, was eine gewisse Anerkennung in der Fachwelt zur Folge hatte. Dennoch bleibt das Werk in der Filmgeschichte primär als Beispiel für ein fehlgeschlagenes Blockbuster-Experiment in Erinnerung.
Die Diskussion über die Darstellung von Sucht und dem Druck in der Kreativwirtschaft, die im letzten Drittel der Erzählung eine Rolle spielt, wurde von Suchtexperten als oberflächlich eingestuft. Organisationen wie die Recording Academy haben seither verstärkt Programme zur psychischen Gesundheit von Musikern initiiert. Diese Entwicklung zeigt, dass die im Film angesprochenen Themen in der Realität der Musikindustrie eine hohe Relevanz besitzen.
Die zukünftige Entwicklung von Musikdramen
Die Filmindustrie hat ihre Strategie für ähnliche Projekte in der Folgezeit grundlegend geändert. Große Studios setzen nun vermehrt auf Biopics etablierter Musikgrößen statt auf fiktive Geschichten aus aktuellen Trends. Der Erfolg von Filmen über Queen oder Elvis Presley bestätigt diesen Trend zur Nostalgie im Vergleich zu zeitgenössischen Stoffen.
Beobachter erwarten, dass Stoffe über die moderne Musikindustrie künftig verstärkt direkt für Streaming-Plattformen produziert werden. Dort lassen sich spezifische Zielgruppen präziser ansprechen, ohne das Risiko eines kostspieligen landesweiten Kinostarts einzugehen. Die Datenanalysen der Streaming-Anbieter ermöglichen eine genauere Vorhersage darüber, ob ein Thema bei den Abonnenten auf Interesse stößt.
Ungeklärt bleibt bisher, ob Warner Bros oder die beteiligten Partner jemals einen weiteren Versuch unternehmen werden, elektronische Tanzmusik im Rahmen eines Spielfilms zu thematisieren. Aktuelle Produktionslisten der großen Studios enthalten derzeit keine vergleichbaren Projekte. Die Branche wartet stattdessen auf die Auswertung neuer Dokumentarformate, die einen realistischeren Blick auf die globale Clubkultur werfen.