kowatsch & volkensfeld consulting gmbh

kowatsch & volkensfeld consulting gmbh

Stell dir vor, du hast gerade die Zusage für ein sechsmonatiges Projekt erhalten und das Budget wurde ohne größere Kürzungen durchgewinkt. Die Stimmung ist gut, der Kaffee im Konferenzraum schmeckt nach Erfolg. Drei Monate später sitzt du am selben Tisch, die Mienen sind versteinert und jemand fragt sehr direkt, warum bisher eigentlich nur bunte Folien produziert wurden, während die operative Marge im Keller bleibt. Ich habe dieses Szenario bei der Kowatsch & Volkensfeld Consulting GmbH und in ähnlichen Beratungskontexten immer wieder erlebt. Der Fehler liegt fast nie an mangelnder Intelligenz der Beteiligten. Er liegt in der Annahme, dass eine externe Strategie wie ein Wunderheilmittel funktioniert, ohne dass die internen Strukturen überhaupt bereit für die Operation sind. Wer glaubt, dass man Berater einkauft, um die eigene Verantwortung für den Wandel abzugeben, hat bereits verloren, bevor der erste Workshop beginnt. Das kostet nicht nur das Honorar, sondern verbrennt das Vertrauen der eigenen Belegschaft, das man später mühsam zurückkaufen muss.

Die Falle der Kowatsch & Volkensfeld Consulting GmbH Strategie ohne operative Bodenhaftung

Der häufigste Fehler, den ich in der Praxis sehe, ist die totale Entkoppelung von strategischem Anspruch und der Realität in der Werkshalle oder im Kundenservice. Man setzt sich zusammen, entwirft Visionen für das Jahr 2030 und vergisst dabei, dass die aktuelle Softwareversion der Buchhaltung noch aus dem letzten Jahrzehnt stammt. In meiner Zeit in diesem Umfeld habe ich Projekte scheitern sehen, weil die Berater zwar exzellente theoretische Modelle lieferten, diese aber an den tatsächlichen Kapazitäten der Mitarbeiter vorbeigingen. Wenn die Strategie vorgibt, dass jeder Vertriebler ab morgen 20 % mehr Zeit für Neukundenakquise hat, aber niemand die drei Stunden tägliche Berichtsmanie abschafft, dann bleibt das Papier geduldig, aber die Bilanz rot.

Warum theoretische Exzellenz in der Praxis verpufft

Es gibt diesen Moment, in dem ein Modell so logisch erscheint, dass niemand mehr wagt, die Machbarkeit zu hinterfragen. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem eine Restrukturierung auf Basis von Benchmark-Daten aus den USA durchgeführt werden sollte. Die Daten waren korrekt, die Logik war bestechend. Aber sie ignorierten das deutsche Betriebsverfassungsgesetz und die spezifische Firmenkultur komplett. Man versuchte, ein amerikanisches Effizienzmodell über einen gewachsenen Mittelständler zu stülpen. Das Ergebnis war ein kompletter Stillstand über acht Monate, weil jede kleine Änderung vor dem Arbeitsgericht landete. Die Lösung ist hier schmerzhaft einfach: Man muss die Leute, die später die Arbeit machen sollen, bereits bei der Analyse einbinden. Nicht als Alibi, sondern als Korrektiv für die Berater. Wenn ein Schichtleiter sagt, dass ein Prozess nicht funktioniert, hat er meistens recht, egal was die Excel-Tabelle behauptet.

Der Irrglaube an die schnelle Abkürzung durch externe Expertise

Viele Geschäftsführer rufen bei Spezialisten an, weil sie hoffen, dass jemand von außen kommt und die „unbequemen Dinge“ erledigt, vor denen sie sich selbst drücken. Das ist ein teurer Trugschluss. Ein Berater kann moderieren, er kann Daten aufbereiten und Best Practices einbringen. Aber er kann keine Führung ersetzen. Wenn die Belegschaft spürt, dass der Chef sich hinter den Beratern versteckt, um unangenehme Personalentscheidungen durchzudrücken, wird das gesamte Projekt sabotiert. Ich habe erlebt, wie Abteilungsleiter absichtlich falsche Daten lieferten, nur um zu beweisen, dass die externen Experten keine Ahnung haben.

Die Strategieberatung funktioniert nur, wenn sie als Werkzeug verstanden wird, nicht als Outsourcing der Führungsverantwortung. Wer denkt, er könne für 250.000 Euro sein eigenes Rückgrat an eine Beratungsfirma vermieten, wird am Ende mit einer demoralisierten Mannschaft und einem halbfertigen Konzept dastehen. In der Realität bedeutet das: Der interne Projektleiter muss mehr Macht haben als der externe Berater. Ist das nicht der Fall, arbeiten die Experten im luftleeren Raum.

Datenfriedhöfe statt echter Entscheidungsgrundlagen

Ein Klassiker in der Zusammenarbeit mit Firmen wie der Kowatsch & Volkensfeld Consulting GmbH ist das Verlangen nach immer mehr Daten. Man meint, wenn man nur tief genug gräbt, findet man den einen Hebel, der alles verändert. Also werden hunderte Arbeitsstunden in die Erstellung von Dashboards und Analysen gesteckt. Am Ende hat man 150 Folien, aber keine klare Handlungsempfehlung, die sich in zwei Sätzen erklären lässt.

Die Kunst der Weglassung

In meiner Erfahrung sind die erfolgreichsten Projekte die, bei denen man sich auf drei Kennzahlen konzentriert hat. Alles andere ist Rauschen. Ein Mandant von mir wollte einmal jeden einzelnen Prozessschritt in der Logistik optimieren. Er hat ein Team von Experten monatelang die Wege im Lager messen lassen. Das hat ein Vermögen gekostet. Die Lösung war am Ende viel simpler: Die Warenannahme war schlicht unterbesetzt, wodurch sich alles andere staute. Man hätte keine 500-seitige Prozessanalyse gebraucht, sondern zwei Wochen Beobachtung an der Rampe und das Gespräch mit den Fahrern. Der Drang zur Komplexität ist oft nur eine Flucht vor der Einfachheit der Lösung, weil die einfache Lösung oft bedeutet, dass man schlicht mehr Personal einstellen oder jemanden entlassen muss.

Vorher und Nachher eines typischen Prozessfehlers

Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an. Ein Unternehmen im Maschinenbau stellt fest, dass die Durchlaufzeiten in der Produktion zu hoch sind.

Der falsche Ansatz (Vorher): Das Management engagiert Experten, um eine neue Lean-Management-Struktur einzuführen. Über vier Monate werden Workshops abgehalten, hunderte Whiteboards beklebt und neue digitale Meldesysteme eingeführt. Die Mitarbeiter sind genervt von den ständigen Meetings und tippen irgendwelche Werte in das neue System, damit Ruhe ist. Nach sechs Monaten sind die Durchlaufzeiten sogar gestiegen, weil die Leute mehr Zeit mit der Dokumentation ihrer Arbeit verbringen als mit der Arbeit selbst. Die Kosten für die Beratung belaufen sich auf einen sechsstelligen Betrag, der Ertrag ist negativ.

Der richtige Ansatz (Nachher): Statt einer großen Reform setzt man sich drei Tage lang direkt an die Werkbank. Man stellt fest, dass die Arbeiter ständig auf Freigaben von oben warten müssen, weil die Kompetenzen unklar verteilt sind. Die Lösung ist keine neue Software, sondern eine Änderung der Unterschriftenregelung. Die Arbeiter dürfen nun bis zu einem gewissen Materialwert selbst entscheiden. Die Durchlaufzeit sinkt innerhalb von vier Wochen um 15 %, ganz ohne teure IT-Infrastruktur oder endlose Workshops. Die Kosten sind minimal, die Wirkung sofort spürbar. Der Berater war hier eher ein Coach für die Führungsebene, um loszulassen, statt ein Architekt für neue Bürokratie.

Fehlende Nachhaltigkeit nach dem Projektabschluss

Wenn die Berater das Gebäude verlassen, beginnt die eigentliche Arbeit. Doch genau hier bricht die Kurve meistens ein. Viele Unternehmen machen den Fehler, den Erfolg am Tag der Abschlusspräsentation zu messen. Das ist so, als würde man den Erfolg einer Diät am Tag messen, an dem man sich das erste Mal im Fitnessstudio angemeldet hat.

Echte Veränderung braucht Begleitung in der Phase, in der die erste Euphorie verflogen ist und der Alltag wieder zuschlägt. Ich rate jedem dazu, mindestens 20 % des Budgets für die Zeit NACH dem eigentlichen Projekt zu reservieren. Es bringt nichts, ein neues CRM-System einzuführen, wenn nach drei Monaten niemand mehr kontrolliert, ob die Datenqualität stimmt. Ohne interne "Champions", die das Thema am Leben erhalten, wenn die Externen weg sind, ist jede Investition in Beratung verbranntes Geld. Man muss das Wissen der Berater absaugen und in die Köpfe der eigenen Leute bringen, statt sich dauerhaft abhängig zu machen.

Der Realitätscheck für den Unternehmenserfolg

Machen wir uns nichts vor: Beratung ist kein Ersatz für harte Arbeit und schon gar kein Ersatz für eine klare Richtung des Unternehmers. Wenn du denkst, dass du mit ein paar Workshops und neuen Begriffen wie „Agilität“ oder „Transformation“ dein Geschäft rettest, während das Fundament bröckelt, dann lügst du dir in die Tasche. Erfolg in der Zusammenarbeit mit Consulting-Häusern erfordert eine brutale Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Du musst bereit sein, Fehler zuzugeben, die du jahrelang selbst kultiviert hast.

  • Strategie ohne Disziplin in der Umsetzung ist nur eine Halluzination.
  • Experten können dir die Karte zeigen, aber laufen musst du selbst.
  • Wenn dein Team den Sinn der Veränderung nicht in 60 Sekunden versteht, ist das Konzept zu kompliziert.
  • Teure Ratschläge sind wertlos, wenn niemand den Mut hat, sie gegen interne Widerstände durchzusetzen.

In den vielen Jahren, die ich in diesem Sektor verbracht habe, war der entscheidende Faktor nie das Modell des Beraters, sondern die Bereitschaft des Managements, sich wirklich zu verändern – auch wenn es weh tut. Es geht nicht darum, das schlaueste Konzept zu haben, sondern das, welches dein Team auch wirklich stemmen kann. Wer das ignoriert, zahlt am Ende doppelt: Einmal für den Rat und einmal für das Scheitern. Es gibt keine Abkürzung zur Exzellenz, nur den harten Weg durch die Details und die konsequente Arbeit an der Basis. Das ist die ungeschminkte Wahrheit, die man in keinem Pitch-Deck findet, die aber darüber entscheidet, ob dein Unternehmen in fünf Jahren noch relevant ist oder nur noch als Fallbeispiel für eine gescheiterte Sanierung dient. Und glaub mir, ich habe genug solcher Fallbeispiele gesehen, um zu wissen, dass die meisten davon vermeidbar gewesen wären, wenn man früher auf die Praktiker gehört hätte statt nur auf die Zahlenakrobaten. Wer Erfolg will, muss die Hände schmutzig machen wollen. So einfach und so verdammt schwer ist das nun mal.

TK

Tobias Koch

Mit faktenbasierter Arbeitsweise liefert Tobias Koch Beiträge, die Leserinnen und Lesern Orientierung im Nachrichtengeschehen geben.