Stell dir vor, du hast gerade zwei Stunden damit verbracht, die Wegschreine der Neun Göttlichen abzuklappern. Du hast jeden einzelnen Wald in Cyrodiil durchkämmt, nur um deine Infamie auf Null zu setzen und diese Questreihe endlich zu starten. Du stehst vor dem Priorat der Neun, bereit, die legendäre Rüstung des Pelinal Weißplanke zu beanspruchen. Doch in dem Moment, in dem du das erste Teil berührst, erscheint die Meldung: "Du bist nicht würdig." Warum? Weil du auf dem Weg zum Priorat eine einzige Wache bestochen oder eine Truhe im Schloss von Anvil geknackt hast. In meiner Zeit mit Oblivion The Knights Of The Nine habe ich zahllose Spieler gesehen, die genau an diesem Punkt entnervt den Controller weggelegt haben. Sie dachten, das Spiel würde ihnen kleine Fehltritte verzeihen, solange sie das "Gute" tun. Das ist ein Irrtum, der dich Stunden an Spielzeit kostet, weil dieses Add-on eine mechanische Strenge an den Tag legt, die im restlichen Spiel kaum existiert. Wenn dein Infamie-Wert auch nur um einen Punkt steigt, verlierst du das Recht, die Reliquien zu tragen. Du musst die gesamte Pilgerreise von vorne beginnen. Das ist kein Bug, das ist das Design, und wer das nicht kapiert, verbrennt seine Freizeit schneller als ein Feuerball einen Imp.
Die Falle der Infamie in Oblivion The Knights Of The Nine
Der größte Fehler, den fast jeder begeht, ist die Annahme, dass man diese Erweiterung parallel zur Dunklen Bruderschaft oder der Diebesgilde spielen kann. Ich habe Spieler getroffen, die stolz darauf waren, der Graue Fuchs zu sein, und sich dann wunderten, warum die Questreihe der Ritter sie ständig aussperrt. So funktioniert das hier nicht. Sobald du einen Punkt Infamie sammelst, kannst du die Rüstungsteile nicht mehr anlegen. Das Spiel prüft diesen Wert bei jeder Interaktion mit den Reliquien.
Viele denken, sie könnten die Pilgerreise einmal machen und dann für den Rest des Spiels ein strahlender Ritter sein, während sie nachts Leute in ihren Betten meucheln. Das klappt nicht. Wenn du die Infamie-Grenze überschreitest, fallen dir die Rüstungsteile buchstäblich vom Körper. Du stehst dann mitten im Kampf in Unterwäsche da. Ich habe das oft erlebt: Ein Spieler ist mitten im Endkampf gegen Umaril den Ungefiederten, begeht aus Versehen ein Verbrechen oder hat noch ein offenes Kopfgeld, und plötzlich ist der Rüstungsschutz weg.
Die Lösung ist so simpel wie schmerzhaft: Du musst dich entscheiden. Wenn du diese Inhalte spielen willst, musst du deine kriminelle Karriere pausieren oder beenden. Es gibt keinen Cheat-Weg um die Pilgerreise herum, wenn du sündigst. Jedes Mal, wenn dein Ruf befleckt wird, musst du alle neun Schreine erneut besuchen. Wer das ignoriert, verbringt mehr Zeit mit Wandern als mit Kämpfen.
Warum die Reihenfolge der Reliquien-Suche dein Inventar sprengt
Ein technischer Aspekt, den viele unterschätzen, ist die Skalierung der Belohnungen. In Oblivion hängen die Werte von Ausrüstungsgegenständen oft von deinem Level ab, wenn du sie zum ersten Mal erhältst. Viele stürzen sich sofort mit Level 5 in die Suche nach den Handschuhen oder dem Helm. Das ist ein strategischer Fehler, der dich später im Spiel schwach aussehen lässt.
Das Problem mit der festen Stufe
Wenn du die Reliquien zu früh holst, bekommst du die Versionen mit niedrigen Werten. Später im Spiel, wenn du gegen Level-30-Gegner antrittst, fühlen sich diese legendären Gegenstände wie Pappkartons an. Ich habe gesehen, wie Leute Tausende von Goldstücken für Reparaturhämmer ausgegeben haben, weil ihre niedrigstufige Rüstung nach jedem Treffer fast zerfiel.
Die Lösung über den Rüstungsständer
Es gibt jedoch einen Trick, den kaum jemand nutzt: Der Rüstungsständer im Priorat der Neun. Wenn du die Teile dort platzierst und wieder nimmst, werden sie auf dein aktuelles Level skaliert. Aber Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn du bestimmte Level-Schwellen (wie 5, 10, 15, 20, 25) überschritten hast. Anstatt also ständig neue Ausrüstung zu suchen, solltest du deine Stufe im Auge behalten und die Reliquien regelmäßig "auffrischen". Das spart dir das Gold für Verzauberungen und neue Rüstungen, die du ohnehin nicht tragen willst, wenn du den Ritter-Pfad gehst.
Der Irrglaube über die Mitstreiter und den Trupp-Schaden
Sobald du das Priorat wiederaufgebaut hast, kommen NPCs zu dir und wollen sich dir anschließen. Die meisten Spieler nehmen sofort jeden mit, den sie finden können. Das Ergebnis ist ein Chaos aus blockierten Türen und versehentlichen Tötungen.
In meiner Erfahrung enden große Gruppen in den engen Ruinen von Garlas Malatar meistens in einer Katastrophe. Ein Ritter schwingt sein Schwert, trifft versehentlich einen anderen, und plötzlich hast du einen internen Bürgerkrieg in deiner Gruppe. Wenn du dann eingreifst und einen deiner eigenen Leute tötest, um die Ordnung wiederherzustellen, steigt deine Infamie. Und wir wissen bereits, was das bedeutet: Du darfst zurück zu den Wegschreinen und deine Sünden abbüßen.
So gehst du es richtig an: Nimm maximal einen oder zwei Begleiter mit. Die KI in diesem Spiel ist nicht für koordinierte Gruppenangriffe ausgelegt. Es ist effizienter, die Ritter im Priorat zu lassen, wo sie als Questgeber oder Dekoration dienen, anstatt sie als Kanonenfutter in Fallen rennen zu lassen. Ein einzelner, gut ausgerüsteter Spieler ist in den Dungeons dieses Add-ons fast immer effektiver als ein Haufen unkontrollierter NPCs, die ständig in deiner Schusslinie stehen.
Falsche Erwartungen an den Kampf gegen Umaril
Der Endkampf gegen Umaril ist für viele eine herbe Enttäuschung, weil sie die Vorbereitungen falsch angehen. Sie konzentrieren sich nur auf physischen Schaden. Umaril hat jedoch zwei Phasen. Die erste Phase in der physischen Welt ist für die meisten machbar. Der Fehler passiert beim Übergang in die spirituelle Ebene.
Ich habe Spieler gesehen, die hunderte von Heiltränken geschluckt haben, nur um dann festzustellen, dass sie den Segen der Neun nicht auf ihrer Schnellleiste hatten. Ohne diesen spezifischen Zauber ist der Kampf in der Luft technisch nicht zu gewinnen. Du fällst einfach in den Tod oder wirst von Umaril zerrissen, während du verzweifelt in deinem Menü suchst.
Ein Vorher/Nachher-Vergleich zeigt das Problem deutlich: Ein unvorbereiteter Spieler stürmt mit einem Ebenerz-Langschwert und 50 Flaschen Wein in den Kampf. Er besiegt Umarils Körper, wird in den Himmel teleportiert, gerät in Panik, weil seine Ausdauer leer ist, und stirbt durch den Sturzschaden, weil er den Segen nicht rechtzeitig aktiviert hat. Ein erfahrener Praktiker hingegen nutzt die Reliquien der Ritter, die speziell gegen Daedra und Untote wirken. Er hat den Segen der Neun auf einer Hotkey-Taste. Sobald der physische Körper fällt, aktiviert er den Zauber noch während der Animation, landet sicher im Geisterreich und beendet den Kampf in weniger als 30 Sekunden. Das spart nicht nur Nerven, sondern verhindert auch, dass dein Spielstand durch einen Sturz-Bug korrumpiert wird, der manchmal auftritt, wenn man den Teleport ohne den Segen triggert.
Die nutzlose Geduld beim Wiederaufbau des Priorats
Ein weiterer kostspieliger Fehler ist das Warten. Viele Spieler denken, sie müssten warten, bis das Priorat "fertig" ist, bevor sie die nächste Quest annehmen. Sie schlafen tagelang in Gasthäusern, in der Hoffnung, dass neue Möbel erscheinen oder die Ritter bessere Ausrüstung bekommen.
In Wahrheit triggern die Verbesserungen des Priorats durch deinen Fortschritt in der Questreihe, nicht durch Zeit. Du verschwendest In-Game-Wochen mit Warten, was wiederum dazu führt, dass die Welt um dich herum (durch das Level-Scaling der Gegner) schwieriger wird, ohne dass du selbst stärker wirst. In Oblivion ist Zeit dein Feind, wenn du nicht gleichzeitig deine Kampffertigkeiten trainierst.
Geh stattdessen so vor: Sobald eine Quest abgeschlossen ist, sprich mit jedem NPC im Priorat. Wenn keiner eine neue Aufgabe hat, zieh sofort los zum nächsten Schrein oder Relikt. Das Priorat repariert sich quasi von selbst im Hintergrund. Wer hier auf Immersion setzt und "echte" Bauzeiten abwartet, schadet nur seiner eigenen Effizienz.
Realitätscheck: Lohnt sich der Aufwand wirklich?
Lass uns ehrlich sein: Die Ritter der Neun ist eine der restriktivsten Questreihen im gesamten Spiel. Wenn du jemand bist, der gerne die moralischen Grauzonen von Cyrodiil erkundet, wird dich dieser Inhalt frustrieren. Du wirst ständig gegen das System kämpfen, das dich für jede Kleinigkeit bestraft.
Erfolg in diesem Bereich erfordert eine fast schon langweilige Disziplin. Du darfst keine fremden Äpfel stehlen, du darfst keine Wachen provozieren und du musst dich mit einer KI herumschlagen, die heute so veraltet wirkt wie ein Diskettenlaufwerk. Wenn du aber die beste Rüstung für einen Paladin-Build willst, die zudem noch mit deinem Level wächst, gibt es keinen Weg daran vorbei.
Der wahre Preis ist nicht das Gold, sondern die Freiheit. Du verkaufst deine Fähigkeit, das Spiel so zu spielen, wie du willst, gegen ein Set glänzender Ausrüstung und einen Titel. Wenn du dazu bereit bist, befolge die Tipps oben. Wenn nicht, lass die Finger von den Wegschreinen, denn sie werden dich nur dazu zwingen, einen Charakter zu spielen, der du vielleicht gar nicht sein willst. Es gibt keine Abkürzung zur Heiligkeit in diesem Spiel – nur eine Menge Laufarbeit und das ständige Risiko, wegen eines dummen Fehlers alles wiederholen zu müssen. Ist nun mal so. Wer die Regeln bricht, wandert. Wer sie versteht, herrscht.