the thursday murders club besetzung

the thursday murders club besetzung

In einem sonnendurchfluteten Gemeinschaftsraum, der nach Earl Grey und Bohnerwachs riecht, sitzt Elizabeth und starrt auf eine vergilbte Polizeiakte. Sie ist nicht die Frau, die man im Supermarkt übersehen würde; ihre Augen besitzen eine Schärfe, die man eher in einem Verhörraum von Scotland Yard vermuten würde als in einer Seniorenresidenz in Kent. Neben ihr rührt Joyce mit fast meditativer Ruhe in ihrem Tee, während Ibrahim seine Akten mit einer Präzision ordnet, die nur ein jahrzehntelang praktizierender Psychiater aufbringt. Ron, der ehemalige Gewerkschaftsführer, der immer noch so wirkt, als würde er gleich eine flammende Rede auf einer Barrikade halten, flucht leise über die Ungerechtigkeit der Welt. Es ist Donnerstag. Draußen ziehen die sanften Hügel Englands vorbei, und während der Rest der Welt glaubt, dass hier das Leben langsam ausklingt, beginnt für diese vier das eigentliche Spiel. Diese fiktive Welt von Richard Osman, die Millionen von Lesern weltweit in ihren Bann gezogen hat, steht nun vor dem Sprung auf die Leinwand. Die Erwartungen an die The Thursday Murders Club Besetzung sind dabei weit mehr als nur eine Casting-Liste für einen Kriminalfilm; sie sind das Versprechen, dass das Alter keine Endstation ist, sondern eine neue, gefährliche Freiheit.

Man darf sich das Älterwerden nicht als ein allmähliches Verblassen vorstellen, sondern eher als ein Ablegen der Masken, die man ein Leben lang tragen musste. In Cooper’s Chase, der luxuriösen Seniorenresidenz, die als Schauplatz dient, ist dieses Ablegen Gesetz. Richard Osman hat mit seinen Romanen einen Nerv getroffen, der tief im kollektiven Bewusstsein sitzt. Er erzählt nicht von der Gebrechlichkeit, sondern von der Unsichtbarkeit, die das Alter mit sich bringt – und wie man diese Unsichtbarkeit als ultimative Waffe nutzt. Wenn ein Polizist eine achtzigjährige Frau ansieht, sieht er oft nur eine Großmutter, die Hilfe beim Überqueren der Straße braucht. Er sieht nicht die Frau, die während des Kalten Krieges Geheimnisse aus Berlin geschmuggelt hat. Diese psychologische Tiefe verlangte nach Schauspielern, die nicht nur eine Rolle spielen, sondern eine ganze Ära in ihren Gesichtern tragen.

Die Last der Legenden und The Thursday Murders Club Besetzung

Als Netflix die Produktion unter der Regie von Chris Columbus ankündigte, hielt die literarische Welt kurz den Atem an. Es ist ein gewagtes Unterfangen, Figuren, die in den Köpfen der Leser so präzise geformt sind, Fleisch und Blut zu verleihen. Die Wahl der The Thursday Murders Club Besetzung liest sich wie ein Who-is-Who des britischen Kinos, eine Versammlung von Titanen, die zusammen Hunderte von Jahren Bühnen- und Filmerfahrung auf die Waage bringen. Helen Mirren als Elizabeth Best zu besetzen, wirkt fast wie eine logische Konsequenz der Filmgeschichte. Mirren hat diese aristokratische Härte, gepaart mit einem schelmischen Funkeln, das Elizabeths komplexe Vergangenheit als Geheimdienstmitarbeiterin perfekt einfängt. Man sieht sie förmlich vor sich, wie sie einen Verdächtigen mit nichts weiter als einem hochgezogenen Augenbrauenbogen und einem perfekt platzierten Satz zur Kapitulation zwingt.

An ihrer Seite agiert Pierce Brosnan als Ron Ritchie. Es ist eine faszinierende Entscheidung, den einstigen Inbegriff des eleganten Agenten in die Rolle eines raubeinigen, tätowierten Ex-Gewerkschafters zu stecken. Brosnan muss hier seine gewohnte Geschmeidigkeit gegen eine polternde Direktheit eintauschen, die dennoch einen Kern aus reinem Gold verbirgt. Es ist dieser Kontrast, der die Chemie der Gruppe ausmacht. Ibrahim, der analytische Denker, wird von Sir Ben Kingsley verkörpert. Kingsley besitzt die Gabe, Stille so laut wirken zu lassen wie einen Schrei. Sein Ibrahim wird zweifellos die moralische und intellektuelle Verankerung des Quartetts sein, ein Mann, der die menschliche Psyche so gut kennt, dass er Mörder entlarven kann, indem er einfach nur beobachtet, wie sie ihre Kaffeetasse halten.

Und dann ist da noch Joyce, das Herzstück der Gruppe, gespielt von Celia Imrie. Joyce ist diejenige, die oft unterschätzt wird, diejenige, die Strickmuster und Mordmotive mit der gleichen sanften Stimme bespricht. Imrie beherrscht diese Kunst der scheinbaren Naivität perfekt. In den Büchern ist Joyce die Chronistin, die durch ihre Tagebucheinträge den menschlichen Kitt liefert, der die oft brutalen Ermittlungen zusammenhält. Wenn diese vier Charaktere in einer Szene zusammenkommen, geht es um weit mehr als um die Lösung eines Kriminalfalls. Es geht um die Repräsentation einer Generation, die im modernen Kino oft an den Rand gedrängt oder auf Klischees reduziert wird.

Die Produktion findet in einer Zeit statt, in der das Publikum nach Geschichten dürstet, die Trost spenden, ohne banal zu sein. Es gibt eine spezifische britische Tradition des „Cozy Crime“, die bis zu Agatha Christie zurückreicht, aber Osman hat ihr eine moderne, fast subversive Note verliehen. In Cooper’s Chase wird der Tod nicht weggelächelt, er ist ein ständiger Begleiter, sei es durch natürliche Ursachen oder durch das dunkle Handwerk, dem die vier Freunde nachgehen. Diese Ambivalenz muss sich im Schauspiel widerspiegeln. Es reicht nicht, charmante Senioren zu zeigen; man muss Menschen sehen, die wissen, dass ihr Sand im Stundenglas fast durchgelaufen ist und die gerade deshalb beschlossen haben, jede Sekunde davon so intensiv wie möglich zu leben.

In einer Welt, die von Superheldenfilmen und CGI-Spektakeln dominiert wird, wirkt ein Film über vier Rentner in einer englischen Kleinstadt fast schon radikal. Doch genau darin liegt die Stärke der Erzählung. Die Spannung entsteht nicht durch Verfolgungsjagden in schnellen Autos, sondern durch einen Dialog beim Nachmittagstee, bei dem eine kleine Information, die vor dreißig Jahren unwichtig schien, plötzlich zur Lösung eines Rätsels führt. Die Professionalität, mit der das Projekt angegangen wird, zeigt sich auch in der Wahl der Nebenrollen. Jonathan Pryce, Naomi Ackie und Daniel Mays ergänzen das Ensemble und bringen die notwendige Reibung zwischen der Welt der Senioren und der „echten“ Welt der aktiven Polizeiarbeit ein.

Es ist eine besondere Form von Humor, die hier am Werk ist – ein Humor, der aus der Erkenntnis erwächst, dass man im Grunde nichts mehr zu verlieren hat. Wenn Elizabeth mit einer Pistole in ihrer Handtasche hantiert, während sie sich über die Qualität der Scones beschwert, dann ist das nicht nur komisch, sondern auch ein Ausdruck von Macht. Die Gesellschaft hat diese Menschen bereits abgeschrieben, und genau das macht sie so gefährlich. Sie können an Orte gehen, Fragen stellen und Dinge beobachten, die einem jungen Ermittler verschlossen bleiben würden, weil niemand sie ernst nimmt.

Die Architektur der Melancholie

Hinter dem Witz und der Rätselhaftigkeit verbirgt sich jedoch eine tiefe Melancholie. Das Älterwerden bedeutet auch Abschied. In Osmans Welt ist die Trauer kein plötzlicher Einbruch, sondern ein stetiges Rauschen im Hintergrund. Elizabeths Ehemann Stephen, der langsam in den Nebeln der Demenz verschwindet, erinnert uns daran, dass selbst die schärfsten Geister irgendwann stumpf werden. Diese Szenen zwischen Elizabeth und Stephen sind die emotionalen Anker der Geschichte. Sie verhindern, dass die Erzählung ins rein Karikaturhafte abgleitet. Hier muss die The Thursday Murders Club Besetzung beweisen, dass sie auch die leisen Töne beherrscht, die Momente der Hilflosigkeit und der tiefen Liebe, die dem unvermeidlichen Ende trotzt.

Richard Osman selbst, der als Fernsehproduzent und Moderator jahrelang hinter den Kulissen der Unterhaltungsindustrie gearbeitet hat, weiß genau, wie man Rhythmus erzeugt. Er baut seine Kapitel wie Sketche auf, die in einer großen Pointe gipfeln. Für den Film bedeutet das eine Herausforderung für den Schnitt und die Regie. Chris Columbus, der bereits mit „Harry Potter“ und „Kevin – Allein zu Haus“ bewiesen hat, dass er Ensembles führen und eine magische, aber dennoch geerdete Atmosphäre schaffen kann, scheint eine sichere Wahl zu sein. Dennoch bleibt die Frage, ob die feine englische Ironie den Sprung über den großen Teich und auf die Bildschirme eines globalen Streaming-Publikums unbeschadet übersteht.

Die Dreharbeiten in den englischen Home Counties fangen das Licht ein, das für diese Region so typisch ist – ein weiches, oft diffuses Leuchten, das die Backsteinmauern und perfekt getrimmten Hecken in ein fast nostalgisches Gewand hüllt. Es ist eine Kulisse, die Sicherheit suggeriert, während direkt unter der Oberfläche das Verbrechen brodelt. Diese Dualität ist typisch für das Genre, aber hier wird sie durch das Alter der Protagonisten auf eine neue Ebene gehoben. Ein Mord in einer Seniorenresidenz ist ein Sakrileg gegen die Ruhe, die man diesen Menschen eigentlich zuschreibt.

Man könnte meinen, dass ein Kriminalroman vor allem von der Auflösung lebt, von dem Moment, in dem der Detektiv auf den Mörder zeigt. Doch bei dieser Geschichte ist der Weg das eigentliche Ziel. Es geht um die Freundschaft zwischen vier Menschen, die sich ohne ihre gemeinsamen Donnerstagstreffen wahrscheinlich nie begegnet wären. Der Gewerkschaftler und der Geheimdienstprofi, die Krankenschwester und der Psychiater – sie bilden eine Schicksalsgemeinschaft gegen die Einsamkeit. In einer Gesellschaft, in der die Generationen immer weiter auseinanderdriften, ist diese Geschichte eine Brücke. Sie zeigt, dass Neugier und Leidenschaft keine Verfallsdaten haben.

Wenn wir uns die Karrieren der beteiligten Schauspieler ansehen, wird deutlich, dass sie alle Phasen des Ruhms durchlaufen haben. Sie wissen, was es bedeutet, im Rampenlicht zu stehen und was es bedeutet, wenn es ruhiger wird. Diese persönliche Lebenserfahrung wird zweifellos in ihre Darstellung einfließen. Es ist kein Zufall, dass gerade jetzt solche Geschichten Konjunktur haben. Wir leben in einer alternden Gesellschaft, die händringend nach Vorbildern sucht, die nicht nur aus Anti-Aging-Cremes und Seniorenreisen bestehen. Wir wollen sehen, dass man auch mit achtzig noch ein Rätsel lösen, eine Verschwörung aufdecken und vor allem neue Freunde finden kann.

Die literarische Vorlage hat bereits mehrere Fortsetzungen erfahren, was darauf hindeutet, dass wir es hier potenziell mit dem Beginn einer neuen Filmreihe zu tun haben. Das Publikum möchte mehr Zeit mit diesen Charakteren verbringen. Wir wollen wissen, wie es Joyce mit ihren Instagram-Posts geht, ob Ron wieder Ärger mit der Polizei bekommt und wie Elizabeth ihre Dämonen aus der Vergangenheit bekämpft. Die Besetzung ist das Fundament, auf dem dieses ganze Gebäude steht. Wenn die Chemie zwischen den Vieren stimmt, wird der Kriminalfall fast zur Nebensache.

Es gibt einen Moment im Buch, der vielleicht am besten beschreibt, worum es wirklich geht. Joyce sitzt allein in ihrer Wohnung und denkt über ihr Leben nach. Sie stellt fest, dass sie sich nie zuvor so lebendig gefühlt hat wie jetzt, wo sie sich mit Morden beschäftigt. Es ist die Ironie des Lebens: Im Angesicht des Todes blüht die Lebenslust erst richtig auf. Diese Vitalität zu vermitteln, ohne ins Lächerliche zu verfallen, ist die große Kunst, die dieses Ensemble beherrschen muss. Es geht um die Würde des Individuums, die nicht an der Pforte eines Pflegeheims abgegeben wird.

Nicht verpassen: ain't no rest for

Die Produktion ist auch ein Statement gegen den Jugendwahn Hollywoods. Lange Zeit wurden Schauspielerinnen ab einem gewissen Alter nur noch für die Rollen der besorgten Mutter oder der gütigen Großmutter besetzt. Hier sind sie die Helden. Sie führen die Handlung an, sie treffen die Entscheidungen, sie sind die Subjekte, nicht die Objekte der Geschichte. Das ist die eigentliche Sensation hinter diesem Projekt. Es ist eine Feier der Erfahrung und der Weisheit, verpackt in ein unterhaltsames Paket aus Tee, Scones und ein wenig Blutvergießen.

In Deutschland, wo die Krimikultur mit dem „Tatort“ und zahllosen Regionalkrimis tief verwurzelt ist, wird die Verfilmung zweifellos auf fruchtbaren Boden fallen. Wir haben eine ähnliche Affinität zu Geschichten, die das Lokale mit dem Universellen verbinden. Der Mikrokosmos von Kent könnte genauso gut in der Lüneburger Heide oder am Starnberger See spielen. Die menschlichen Themen – Einsamkeit, Freundschaft, Gerechtigkeit – sind überall gleich.

Wenn die letzte Klappe fällt und der Film schließlich ausgestrahlt wird, wird er uns hoffentlich daran erinnern, dass wir alle einmal an diesen Punkt kommen werden. Und wenn wir Glück haben, werden wir dann auch einen Donnerstagmordclub haben, der uns daran erinnert, dass die Welt da draußen immer noch voller Wunder und Gefahren ist. Wir werden sehen, wie Elizabeth durch ihr Fenster blickt, wie Joyce ihren nächsten Eintrag schreibt und wie Ibrahim eine logische Kette knüpft, die niemand sonst sieht.

In einer der letzten Szenen des ersten Bandes sitzen die vier zusammen und blicken auf den Friedhof, der an ihr Anwesen grenzt. Es ist kein trauriger Anblick für sie. Es ist eine Erinnerung daran, dass das Leben ein Geschenk ist, das man bis zum letzten Tropfen auskosten sollte. Man sieht ihre Silhouetten gegen das Abendlicht, vier Gestalten, die weitaus größer sind, als ihre physische Erscheinung vermuten lässt. Sie haben keine Angst vor der Dunkelheit, denn sie wissen, wie man darin das Licht findet – oder zumindest denjenigen, der das Licht ausgeschaltet hat.

Das Glas wird erhoben, ein Toast auf die Gerechtigkeit, auf die Toten und vor allem auf die Lebenden. Es ist die Ruhe nach dem Sturm, die Gewissheit, dass man nicht allein ist in diesem großen, komplizierten Abenteuer namens Existenz. In diesem Moment spielt es keine Rolle mehr, wer einen Oscar im Schrank stehen hat oder wer die meisten Bücher verkauft hat. Es zählt nur die Verbindung zwischen Menschen, die beschlossen haben, gemeinsam alt zu werden, ohne jemals wirklich erwachsen zu werden.

Vier Stühle stehen im Kreis, die Teekanne ist leer, doch die Geister sind wacher denn je.

HH

Hannah Hartmann

Mit faktenbasierter Arbeitsweise liefert Hannah Hartmann Beiträge, die Leserinnen und Lesern Orientierung im Nachrichtengeschehen geben.