viktoriastraße 26 28 mülheim an der ruhr

viktoriastraße 26 28 mülheim an der ruhr

Die Stadtverwaltung von Mülheim an der Ruhr bereitet eine umfassende Neuausrichtung für das Areal Viktoriastraße 26 28 Mülheim An Der Ruhr vor, um dem steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt zu begegnen. Laut einer Vorlage des städtischen Planungsausschusses soll die Liegenschaft einer baulichen Prüfung unterzogen werden, die sowohl Sanierungsoptionen als auch Teilabrisse umfasst. Ziel ist die Schaffung von mindestens 30 neuen Wohneinheiten, die über öffentliche Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert werden.

Oberbürgermeister Marc Buchholz betonte in einer öffentlichen Stellungnahme die Notwendigkeit, leerstehende Kapazitäten im Stadtkern zu reaktivieren. Die strategische Lage zwischen dem Hauptbahnhof und der Ruhrpromenade macht das Grundstück für Stadtplaner zu einem vorrangigen Projekt der Stadtentwicklung. Bisherige Begehungen durch das Bauordnungsamt zeigten jedoch einen erheblichen Modernisierungsstau an der Gebäudesubstanz auf.

Die Finanzierung des Vorhabens stützt sich auf das Wohnraumförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Die landeseigene Förderbank NRW.BANK stellt hierfür zinsgünstige Darlehen und Tilgungsnachlässe zur Verfügung, sofern bestimmte Mietpreisbindungen eingehalten werden. Stadtbaurat Felix Blasch erklärte gegenüber dem Rat der Stadt, dass die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für das Projekt bis zum Ende des laufenden Quartals abgeschlossen sein müssen.

Architektonische Herausforderungen an der Viktoriastraße 26 28 Mülheim An Der Ruhr

Die technische Bestandsaufnahme der Gebäude offenbarte strukturelle Mängel in der Leitungsführung und dem Brandschutz des Bestands. Da die Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen stammen, gestaltet sich eine einheitliche energetische Sanierung nach aktuellen Standards der Gebäudeenergiegesetzgebung schwierig. Ingenieure des beauftragten Planungsbüros wiesen darauf hin, dass die Fundamentbeschaffenheit eine Verdichtung des Areals nur begrenzt zulässt.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der barrierefreien Erschließung der oberen Stockwerke. Die Installation moderner Aufzugsanlagen im Innenhof erfordert laut Bauantragsunterlagen statische Eingriffe in die bestehende Tragstruktur. Diese Maßnahmen erhöhen die kalkulierten Baukosten pro Quadratmeter signifikant, was die Verhandlungen mit potenziellen Investoren beeinflusst.

Die Denkmalbehörde prüft derzeit, ob Teile der Fassade erhaltenswert sind. Obwohl das Objekt nicht explizit in der Denkmalliste der Stadt Mülheim geführt wird, prägt es das geschlossene Straßenbild der Viktoriastraße. Ein vollständiger Abriss würde laut ersten Gutachten zwar die Kosten senken, stünde aber im Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen der kommunalen Klimaschutzstrategie.

Finanzielle Rahmenbedingungen und öffentliche Förderung

Das Budget für die erste Phase der Projektentwicklung beläuft sich nach Angaben der Stadtkämmerei auf rund 1,2 Millionen Euro. Dieser Betrag deckt lediglich die Planungskosten und die Sicherung des Objekts ab. Die Gesamtkosten für die Realisierung des Wohnraums schätzen Experten auf eine Summe im zweistelligen Millionenbereich.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen bietet über das Programm für die öffentliche Wohnraumförderung Unterstützung an. Diese Mittel sind an strenge Auflagen gebunden, die unter anderem die Einkommensgrenzen der künftigen Mieter festlegen. Die Stadtverwaltung hofft durch diese Förderung, die Kaltmieten dauerhaft unter dem aktuellen Marktdurchschnitt von Mülheim an der Ruhr halten zu können.

Kritik kommt unterdessen von der lokalen Opposition im Stadtrat. Sprecher der Fraktionen äußerten Bedenken hinsichtlich der Langzeitfinanzierung und der möglichen Belastung des städtischen Haushalts durch unvorhergesehene Sanierungskosten. Sie fordern eine transparente Offenlegung aller Risikogutachten, bevor weitere Verträge unterzeichnet werden.

Soziale Auswirkungen auf das Quartier Stadtmitte

Die geplante Revitalisierung soll über die reine Wohnraumbeschaffung hinaus zur Stabilisierung des umliegenden Quartiers beitragen. Durch die Ansiedlung von Kleingewerbe im Erdgeschoss erhofft sich die Wirtschaftsförderung eine Belebung der Nebenstraßen. Aktuelle Daten des Statistischen Jahrbuchs der Stadt Mülheim zeigen eine zunehmende Fluktuation in diesem Bereich der Innenstadt.

Sozialverbände wie die Caritas begrüßen das Vorhaben grundsätzlich. Sie weisen jedoch darauf hin, dass neben dem Wohnraum auch die soziale Infrastruktur wie Kitas und Beratungsstellen mitwachsen muss. Eine reine Verdichtung der Wohneinheiten ohne begleitende Maßnahmen könnte die sozialen Spannungen im Stadtteil verschärfen.

Die Einbindung der Anwohner erfolgt über ein partizipatives Verfahren, das im kommenden Monat starten soll. Hierbei können Bürger ihre Vorstellungen zur Gestaltung der Gemeinschaftsflächen einbringen. Die Stadtverwaltung verspricht sich davon eine höhere Akzeptanz für die unvermeidlichen Beeinträchtigungen während der Bauphase.

Logistische Hürden im Baubetrieb der Innenstadt

Die Enge der Viktoriastraße stellt die Logistik des Bauvorhabens vor große Probleme. Schwertransporte und Kräne können nur über ein komplexes Einbahnstraßensystem zum Standort gelangen. Die Verkehrsbehörde der Stadt Mülheim arbeitet bereits an einem Umleitungskonzept, um den Verkehrsfluss zum nahen Stadt-Quartier Schloßstraße nicht zu unterbrechen.

Zusätzliche Komplikationen ergeben sich aus der Nähe zu unterirdischen Versorgungsleitungen der Ruhrbahn. Vor Beginn der Tiefbauarbeiten müssen umfangreiche Sondierungen durchgeführt werden, um Beschädigungen am Schienennetz auszuschließen. Diese Voruntersuchungen verzögern den eigentlichen Baubeginn um voraussichtlich sechs Monate.

Auch die Parkplatzsituation für die künftigen Bewohner ist ein Streitpunkt in den Planungsrunden. Da das Grundstück Viktoriastraße 26 28 Mülheim An Der Ruhr kaum Platz für eine oberirdische Parkfläche bietet, wird über den Bau einer Tiefgarage diskutiert. Die hohen Kosten für den Aushub im teilweise instabilen Boden der Ruhrnähe machen diese Option wirtschaftlich riskant.

Prüfung alternativer Nutzungskonzepte

Parallel zur Wohnraumplanung untersucht die Stadt die Integration von Co-Working-Spaces. Solche hybriden Konzepte könnten junge Gründer anziehen und die monotone Nutzung der Wohngebiete aufbrechen. Die Industrie- und Handelskammer Essen, die auch für Mülheim zuständig ist, sieht in solchen Modellen eine Chance für den Strukturwandel.

Diese Flächen müssten jedoch so schallisoliert werden, dass sie die Wohnruhe nicht stören. Architekten schlagen hierfür eine Trennung der Gebäudetrakte vor. Ob die vorhandene Bausubstanz eine solche funktionale Teilung ohne massive Mehrkosten zulässt, bleibt Gegenstand der laufenden Machbarkeitsstudie.

Energetische Standards und Nachhaltigkeit

Die Stadt Mülheim verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Wärmedämmung und die Energieversorgung des Projekts. Geplant ist der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen sowie der Anschluss an das lokale Fernwärmenetz.

Die Beteiligungsholding Mülheim an der Ruhr koordiniert die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Hierbei wird geprüft, inwieweit innovative Speichertechnologien für den gewonnenen Solarstrom im Kellerbereich installiert werden können. Solche Investitionen amortisieren sich jedoch erst über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Vergleichbare Projekte in der Metropole Ruhr

Das Vorhaben in Mülheim steht nicht isoliert da, sondern ist Teil einer regionalen Strategie im Ruhrgebiet. In Städten wie Essen und Duisburg wurden ähnliche Revitalisierungen von Altbeständen bereits erfolgreich umgesetzt. Die Erfahrungen aus dem Projekt „Zukunftswohnen“ in der Nachbarstadt zeigen, dass die Kooperation mit privaten Baugruppen die Erfolgsaussichten erhöht.

Die Regionalverband Ruhr (RVR) betont in seinem jüngsten Monitoringbericht die Wichtigkeit solcher Innenstadtprojekte. Sie verhindern die weitere Zersiedelung im Außenbereich und nutzen vorhandene Erschließungssysteme. Dennoch bleibt der Kostendruck durch gestiegene Zinsen und Materialpreise die größte Hürde für die Kommunen.

Ein Bericht der NRW.BANK zur Wohnraummarktanalyse 2024 unterstreicht, dass die Nachfrage nach kleinen, bezahlbaren Wohnungen in zentralen Lagen weiterhin das Angebot übersteigt. Mülheim an der Ruhr weist hierbei eine besonders hohe Lücke auf. Dies rechtfertigt aus Sicht der Planer auch die Inkaufnahme von höheren Risiken bei der Sanierung schwieriger Standorte.

Ausblick auf das kommende Genehmigungsverfahren

Im nächsten Schritt wird der Rat der Stadt Mülheim über den förmlichen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan entscheiden. Es wird erwartet, dass die Fraktionen der SPD und der Grünen die Vorlage unterstützen, während die CDU weitere Wirtschaftlichkeitsnachweise fordert. Sollte der Beschluss gefasst werden, könnten die Ausschreibungen für die Generalunternehmer im Frühjahr des nächsten Jahres erfolgen.

Bis dahin müssen die bodenrechtlichen Prüfungen abgeschlossen sein, um Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Offen bleibt vorerst, ob das Projekt als rein städtisches Vorhaben oder im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die kalkulierten Kostenobergrenzen angesichts der volatilen Baupreise Bestand haben.

MK

Michael Kaiser

Seit Jahren begleitet Michael Kaiser Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit klarer Einordnung.