wie alt wurde bud spencer

wie alt wurde bud spencer

Er war der Mann, der Dampfhammer-Schläge im Kino salonfähig machte und dabei stets das Herz am rechten Fleck trug. Millionen von Fans in Deutschland und weltweit verbinden ihre Kindheit mit dem bärtigen Riesen, der gemeinsam mit Terence Hill ganze Heerscharen von Bösewichten in die Flucht schlug. Doch hinter der Fassade des schlagkräftigen Haudraufs steckte ein Mann von enormer intellektueller Tiefe, ein olympischer Schwimmer und ein begnadeter Erfinder. Viele Bewunderer stellen sich heute noch die Frage, Wie Alt Wurde Bud Spencer, als er diese Welt am 27. Juni 2016 in Rom verließ. Er erreichte das stolze Alter von 86 Jahren. Sein Tod markierte das Ende einer Ära, doch sein Vermächtnis lebt in den Wohnzimmern weiter, in denen seine Filme auch Jahrzehnte später noch rauf und runter laufen.

Die frühen Jahre des Carlo Pedersoli

Bevor er zur Leinwandikone wurde, hieß der Mann schlicht Carlo Pedersoli. Geboren wurde er am 31. Oktober 1929 im neapolitanischen Stadtteil Santa Lucia. Wer ihn nur als den gemütlichen Dicken aus den Westernkomödien kennt, unterschätzt seine physische Leistungsfähigkeit in jungen Jahren massiv. Er war ein Ausnahmeathlet. Pedersoli war der erste Italiener, der die 100 Meter Freistil in unter einer Minute schwamm. Das war damals eine Sensation. Er nahm an den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne teil.

Sein Leben war geprägt von ständiger Bewegung. In den späten 1940er Jahren zog seine Familie nach Südamerika. Carlo arbeitete in Brasilien bei einem Bauprojekt am Pan-American Highway. Er war Chemiker, Fabrikarbeiter und sogar Sekretär in der italienischen Botschaft in Recife. Diese Erfahrungen in der Ferne prägten seinen Charakter. Er lernte, dass man überall auf der Welt mit harter Arbeit und einer Prise Humor bestehen kann. Wenn man sich heute fragt, wie ein einzelner Mensch so viele Leben in ein einziges packen konnte, dann gibt seine Biographie die Antwort.

Erfolg im Becken und im Studium

Carlo war nicht nur stark, sondern auch verdammt schlau. Er studierte Jura, brach das Studium zwar zeitweise ab, beendete es aber später erfolgreich. Die Disziplin, die er für den Schwimmsport aufbrachte, war beispiellos. Er trainierte hart, auch wenn er später oft scherzte, dass er eigentlich viel zu gerne gegessen habe, um ein echter Profisportler zu sein. Dennoch blieb er über Jahre hinweg an der Spitze des italienischen Schwimmsports. Sein Körperbau war damals schon imposant, aber muskulös und drahtig, ganz anders als die spätere Silhouette, die wir aus dem Fernsehen kennen.

Der Weg vor die Kamera

Eigentlich wollte er gar kein Schauspieler werden. Er sah sich selbst nie als großen Mimen. Die ersten kleinen Rollen, wie etwa als Prätorianer in dem Monumentalfilm Quo Vadis von 1951, nahm er eher des Geldes wegen an. Er brauchte die Lira, um sein Leben zu finanzieren. Dass aus diesen kleinen Anfängen eine Weltkarriere entstehen würde, ahnte damals niemand. Erst Ende der 60er Jahre, als das Genre des Italowesterns boomte, schlug seine große Stunde. Er änderte seinen Namen, weil er fand, dass Carlo Pedersoli nicht nach einem harten Cowboy klang. Er wählte Bud Spencer – eine Hommage an sein Lieblingsbier Budweiser und den Schauspieler Spencer Tracy.

Wie Alt Wurde Bud Spencer und was blieb von seinem Erbe

Die Frage nach seinem Alter ist oft mit der Verwunderung verbunden, wie aktiv er bis zum Schluss blieb. Mit 86 Jahren hatte er mehr erlebt als zehn andere Menschen zusammen. Er war Pilot, er gründete die Fluggesellschaft Mistral Air, die später an die italienische Post verkauft wurde, und er hielt mehrere Patente für Erfindungen, darunter ein spezielles Jagdgewehr und eine Einwegzahnbürste. Sein Geist war bis zuletzt hellwach.

Sein Tod im Jahr 2016 löste eine Welle der Trauer aus. Ganz Italien und besonders seine Geburtsstadt Neapel ehrten ihn. In Deutschland, wo er eine fast schon religiöse Verehrung genießt, widmeten ihm Fernsehsender ganze Themenabende. Man muss verstehen, dass er für die Deutschen mehr war als nur ein Actionstar. Er verkörperte eine Form von Gerechtigkeit, die ohne komplizierte Gesetze auskam. Ein Schlag auf den Kopf des Bösewichts, und die Welt war wieder in Ordnung. Diese Simplizität war in einer immer komplexeren Welt ein Ankerpunkt.

Die unsterbliche Partnerschaft mit Terence Hill

Man kann nicht über Carlo sprechen, ohne Mario Girotti zu erwähnen. Als Terence Hill und Bud Spencer bildeten sie das erfolgreichste Duo der europäischen Filmgeschichte. Ihre Chemie war echt. Das war kein Produkt von Marketing-Experten. Sie waren auch privat befreundet. Hill war der flinke, blauäugige Beau, Spencer der grummelige Bär mit dem goldenen Herzen. In Filmen wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ perfektionierten sie das Genre der Prügelkomödie.

Interessant ist dabei die Sprache. Die deutsche Synchronisation von Rainer Brandt machte die Filme erst zu dem Kulturgut, das sie heute sind. Die lockeren Sprüche, die im italienischen Original oft viel ernster waren, passten perfekt zu Spencers physischer Präsenz. Sätze wie „Hat dir eigentlich schon mal einer mit einem Vorschlaghammer auf die Nase gehauen?“ gehören heute zum deutschen Zitatenschatz.

Ein Blick auf die Filmografie

Seine Karriere umfasst über 50 Filme. Nicht alle waren Meisterwerke, aber alle hatten diesen spezifischen Charme. Er spielte Kommissar Plattfuß, einen Ermittler in Neapel, der ohne Waffe auskam, weil seine Fäuste effektiver waren. Diese Rolle lag ihm besonders am Herzen. Hier konnte er seine Liebe zu seiner Heimatstadt zeigen. Neapel ist eine Stadt voller Kontraste, laut, chaotisch und herzlich – genau wie Spencer selbst.

Er probierte sich auch in ernsteren Rollen, etwa in dem Kriegsdrama „Die fünf Gefürchteten“. Aber das Publikum wollte ihn als den sympathischen Schläger sehen. Er akzeptierte das mit einer stoischen Gelassenheit. Er wusste, was er seinen Fans schuldig war. Er sah sich selbst als Entertainer, nicht als Künstler mit großem K. Diese Bescheidenheit war einer der Gründe für seine enorme Beliebtheit.

Die späten Werke und die Politik

Sogar im hohen Alter suchte er neue Herausforderungen. Er trat 2005 bei den Regionalwahlen in Latium für die Partei Forza Italia an. Er wollte etwas zurückgeben. Der Erfolg blieb jedoch aus, was er mit Humor nahm. Er konzentrierte sich danach wieder auf das Schreiben von Büchern. Seine Autobiografien wurden Bestseller. Darin philosophierte er über das Leben, das Essen und den Tod. Er hatte keine Angst vor dem Ende. Er war ein gläubiger Katholik und überzeugt, dass danach noch etwas kommt.

In seinen Büchern betonte er immer wieder, dass er kein Schauspieler sei, sondern jemand, der Rollen spielt. Das ist ein feiner Unterschied. Er blieb sich immer treu. Er verstellte sich nicht für den Ruhm. Er liebte seine Frau Maria Amato, mit der er über 50 Jahre verheiratet war. Diese Beständigkeit ist in der Welt des Showbusiness eine absolute Seltenheit.

Warum wir ihn heute noch vermissen

Es gibt kaum einen Schauspieler, der so generationsübergreifend funktioniert. Enkel schauen die Filme mit ihren Großvätern. Das liegt an der Gewaltlosigkeit der Gewalt. Klingt widersprüchlich, ist aber so. In den Spencer-Hill-Filmen stirbt fast nie jemand. Es gibt keine blutigen Wunden. Die Kämpfe sind choreografierte Tänze, fast wie im Slapstick eines Charlie Chaplin. Es ist befreiend, zuzusehen, wie Arroganz und Bosheit einfach weggeputzt werden.

Bud Spencer war der Prototyp des gütigen Riesen. Er war die physische Manifestation des Schutzes. Wenn er im Raum war, konnte einem nichts passieren. Diese Ausstrahlung kann man nicht lernen. Man hat sie oder man hat sie nicht. Er hatte sie im Überfluss. Sein Lachen war ansteckend und seine schlechte Laune im Film immer ein Vorbote für eine köstliche Abreibung der Gegenseite.

Kulturelle Bedeutung in Deutschland

In der Stadt Schwäbisch Gmünd gibt es ein Freibad, das nach ihm benannt ist. Das muss man sich mal vorstellen. Ein italienischer Schauspieler bekommt ein deutsches Schwimmbad gewidmet. Das zeigt die Tiefe der Verbundenheit. Als man dort per Online-Voting nach einem Namen für einen Tunnel suchte, gewann Bud Spencer mit überwältigender Mehrheit. Die Stadtverwaltung traute sich nicht ganz und wählte stattdessen das Freibad. Carlo fand das großartig. Er kam zur Einweihung und signierte Autogramme für Tausende von Menschen.

Sein Einfluss reicht bis in die Gastronomie. Überall gibt es „Bohnen mit Speck“ Pfannen, die nach ihm benannt sind. Er hat ein einfaches Gericht zum Kultessen erhoben. Er war ein Genussmensch. Wer seine Filme sieht, bekommt unweigerlich Hunger. Die Art, wie er eine ganze Pfanne Bohnen mit einem Stück Brot leerfegte, ist legendär. Er zelebrierte die einfachen Freuden des Lebens.

Praktische Schritte für echte Fans

Wer das Erbe von Carlo Pedersoli wirklich ehren will, sollte über den Tellerrand der bekannten Filme hinausblicken. Es lohnt sich, seine Geschichte zu verstehen. Das Leben besteht nicht nur aus dem Endresultat, sondern aus dem Weg dorthin. Hier sind ein paar Dinge, die man tun kann, um tiefer in seine Welt einzutauchen:

  1. Besuche das offizielle Bud Spencer Museum in Berlin. Es bietet einen fantastischen Einblick in seine private Sammlung, seine Erfindungen und seine sportliche Karriere. Es ist kein klassisches verstaubtes Museum, sondern eine lebendige Hommage an einen großen Mann.
  2. Lies seine Autobiografie. „Mein Leben, meine Filme“ ist ein hervorragender Startpunkt. Du wirst überrascht sein, wie reflektiert und weise er über existenzielle Fragen schreibt. Es ist weit mehr als nur Anekdoten vom Filmset.
  3. Schau dir seine unbekannteren Filme an. „Cantando dietro i paraventi“ (Singen hinter den Bildschirmen) von Ermanno Olmi zeigt eine ganz andere, poetische Seite von ihm. Hier sieht man, dass er durchaus zu nuanciertem Spiel fähig war, wenn man ihn ließ.
  4. Koche seine Rezepte nach. Es gibt mittlerweile Kochbücher, die sich ausschließlich mit den Gerichten aus seinen Filmen beschäftigen. Es geht dabei um Geselligkeit und den Spaß am Essen.

Wenn man also das nächste Mal vor dem Fernseher sitzt und die Antwort auf die Frage Wie Alt Wurde Bud Spencer im Hinterkopf hat, dann sollte man nicht mit Trauer an die 86 Jahre denken. Man sollte mit Freude daran denken, was dieser Mann in dieser Zeit alles erschaffen hat. Er hat uns gezeigt, dass man ein sanfter Riese sein kann, dass Bildung und Muskeln sich nicht ausschließen und dass ein ehrlicher Schlag auf den Tisch manchmal Wunder wirkt. Er war ein Unikat. Ein Original, das nicht kopiert werden kann. Und auch wenn er physisch nicht mehr unter uns weilt, wird seine Faust immer dann zuschlagen, wenn irgendwo ein Unrecht geschieht – zumindest auf unseren Bildschirmen. Das ist eine schöne Vorstellung. Carlo Pedersoli hat uns beigebracht, das Leben nicht zu ernst zu nehmen, aber die Menschen um uns herum mit Respekt zu behandeln. Das ist sein wahres Vermächtnis, weit über die bloße Anzahl seiner Lebensjahre hinaus. Wer ihn heute sieht, sieht einen Freund. Und Freunde vergisst man nicht. Egal, wie viel Zeit vergeht. Er bleibt der "Dampfhammer" der Herzen. Sein Lächeln bleibt unvergessen. Seine Filme sind zeitlos. Seine Botschaft ist klar: Bleib dir selbst treu. Und iss deine Bohnen auf. Dann wird alles gut.

In einer Welt, die immer schneller wird, ist ein Bud-Spencer-Abend wie eine warme Decke. Man weiß, was man bekommt. Man weiß, dass das Gute siegt. Und man weiß, dass am Ende gelacht wird. Das ist es, was wir von ihm lernen können. Gelassenheit. Stärke. Und eine ordentliche Portion Humor. Das ist das Rezept für ein erfülltes Leben, ganz egal, wie alt man letztlich wird. Er hat es uns vorgemacht. Wir müssen nur hinsehen. Und vielleicht ab und zu mal einen ordentlichen Schlag in die Luft setzen, nur um sicherzugehen, dass wir noch da sind. In diesem Sinne: Ciao, Carlo. Danke für alles. Du fehlst uns, aber du bist trotzdem immer hier. In jedem Lachen, in jeder Pfanne Bohnen und in jedem kleinen Jungen, der davon träumt, einmal so stark und gütig zu sein wie du. Das ist die wahre Unsterblichkeit eines Helden der Leinwand. Er lebt weiter in uns. Jedes Mal, wenn wir seine Geschichten erzählen. Jedes Mal, wenn wir über seine Witze lachen. Und jedes Mal, wenn wir uns an den großen Mann mit dem kleinen Lächeln erinnern. Das ist sein Sieg über die Zeit. Er ist zeitlos geworden. Ein Denkmal aus Fleisch, Blut und ganz viel Herzlichkeit. Ein echter Italiener. Ein echter Weltbürger. Ein echter Freund.

Abschließend lässt sich sagen, dass Carlo Pedersoli uns mehr hinterlassen hat als nur Unterhaltung. Er hat uns eine Lebenseinstellung vermittelt. Er war der Gegenentwurf zum modernen, gestressten Menschen. Er hatte Zeit. Für seine Familie, für seine Hobbys, für seine Träume. Vielleicht ist das das Wichtigste, was wir von ihm mitnehmen können. Nimm dir Zeit. Genieße den Moment. Und wenn dir jemand dumm kommt, weißt du ja, was zu tun ist. Aber nur im übertragenen Sinne natürlich. Denn wie er immer sagte: Die wichtigste Waffe ist der Verstand. Die Fäuste sind nur für den Notfall da. Und genau so sollte man durch das Leben gehen. Mit erhobenem Haupt und einem Augenzwinkern. Das hätte ihm gefallen. Das wäre ganz in seinem Sinne gewesen. Und das ist das schönste Geschenk, das er uns machen konnte. Ein Lächeln auf unseren Gesichtern, wann immer wir seinen Namen hören. Bud Spencer. Ein Name wie ein Donnerhall. Ein Mann wie ein Baum. Eine Legende für die Ewigkeit. Wir verneigen uns vor einem Großen. Und wir schalten wieder den Fernseher ein. Denn irgendwo läuft sicher gerade ein Film mit ihm. Und die Welt wird für zwei Stunden wieder ein kleines bisschen besser. Das ist seine Magie. Und die wird niemals enden.

Suche dir einen seiner Filme aus, den du lange nicht gesehen hast. Bereite dir eine große Portion Bohnen mit Speck zu. Lade einen guten Freund ein. Und dann genieße den Abend. Das ist die beste Art, Bud Spencer zu gedenken. Sei nicht traurig, dass er weg ist. Sei froh, dass er da war. Das ist die richtige Einstellung. Das hätte er so gewollt. Und vergiss nicht: Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen oder schlechte Laune. Mach es wie Carlo. Mach es mit Herz. Dann kann nichts schiefgehen. Viel Spaß beim Schauen und guten Appetit.

Genieße die Klassiker wie "Sie nannten ihn Mücke" oder "Aladin". Dort zeigt er seine ganze Bandbreite. Von purer Action bis hin zu fast schon kindlicher Freude. Es ist faszinierend zu sehen, wie er den Raum einnimmt. Er braucht keine großen Worte. Seine Präsenz reicht völlig aus. Das ist wahre Starpower. Davon gibt es heute nicht mehr viele. Er war einer der Letzten seiner Art. Ein echter Typ. Einer mit Ecken und Kanten. Aber vor allem einer mit ganz viel Seele. Und das spürt man in jeder Sekunde seiner Filme. Deshalb werden sie auch in 100 Jahren noch geschaut werden. Weil Echtheit nicht altert. Weil Herzlichkeit zeitlos ist. Und weil Bud Spencer einfach der Beste war. Punkt.

HH

Hannah Hartmann

Mit faktenbasierter Arbeitsweise liefert Hannah Hartmann Beiträge, die Leserinnen und Lesern Orientierung im Nachrichtengeschehen geben.