honor 8 honor 8 pro

honor 8 honor 8 pro

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei stellte die offizielle Softwareunterstützung und Sicherheitsaktualisierungen für die Smartphone-Modelle Honor 8 Honor 8 Pro sowie weitere Geräte der Tochtermarke Honor endgültig ein. Diese Entscheidung betrifft Nutzer weltweit, die diese Geräte in den Jahren nach 2016 und 2017 erwarben. Laut einer offiziellen Mitteilung auf dem Sicherheitsportal von Huawei wurden die Geräte aus dem regelmäßigen Wartungszyklus entfernt.

Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit dem Erreichen des Endes der Produktlebensdauer. Richard Yu, CEO der Huawei Consumer Business Group, hatte bereits in früheren Geschäftsberichten darauf hingewiesen, dass die Hardware-Ressourcen älterer Chipsätze nicht mehr die Anforderungen moderner Betriebssystemversionen erfüllen. Damit endet die Ära zweier Geräte, die maßgeblich zum Markterfolg der Marke Honor in Europa beitrugen.

Die betroffenen Smartphones basieren auf der hauseigenen Kirin-Prozessorarchitektur, die laut technischen Spezifikationen von HiSilicon für eine Nutzungsdauer von etwa drei bis vier Jahren optimiert wurde. Da die Hardwarekomponenten wie der Kirin 950 und der Kirin 960 keine Hardware-Verschlüsselung für neuere Android-Sicherheitsstandards bieten, blieb eine Aktualisierung aus. Dies führt dazu, dass bekannte Sicherheitslücken im Android-Kern nicht mehr geschlossen werden.

Markthistorie Und Technische Spezifikationen Von Honor 8 Honor 8 Pro

Die Markteinführung des kleineren Modells erfolgte im Sommer 2016 als preiswertere Alternative zur P-Serie von Huawei. Das Gerät zeichnete sich durch eine Rückseite aus 15 Schichten geschliffenem Glas aus, was zu dieser Zeit ein Alleinstellungsmerkmal im mittleren Preissegment darstellte. Es verfügte über ein 5,2-Zoll-Display und war eines der ersten Geräte der Marke mit einem dualen Kamerasystem.

Das größere Schwestermodell folgte im Frühjahr 2017 und richtete sich an Nutzer mit höheren Leistungsansprüchen. Mit einem 5,7-Zoll-Quad-HD-Display und sechs Gigabyte Arbeitsspeicher positionierte es sich gegen die damaligen Flaggschiff-Modelle anderer Hersteller. Die technischen Datenblätter der Huawei Consumer Group wiesen für dieses Modell eine deutlich gesteigerte Grafikleistung aus, die speziell für mobile Spiele optimiert war.

Beide Geräte nutzten die Benutzeroberfläche EMUI, die stark an Apples iOS angelehnt war und eigene Energiesparmodi enthielt. Kritiker bemängelten jedoch schon früh die langsame Bereitstellung von Android-Systemaktualisierungen. Während die Hardware oft gelobt wurde, hinkte die Softwareentwicklung hinter den Veröffentlichungszyklen von Google hinterher.

Auswirkungen Des US-Embargos Auf Die Produktpflege

Die Situation der Softwarepflege verschlechterte sich durch die politischen Spannungen zwischen den USA und China erheblich. Im Jahr 2019 setzte das US-Handelsministerium Huawei auf die sogenannte Entity List, was die Zusammenarbeit mit Google einschränkte. Obwohl Bestandsgeräte wie das Honor 8 Honor 8 Pro zunächst eine Ausnahmegenehmigung erhielten, wurden die Ressourcen für die Pflege dieser Altgeräte intern massiv gekürzt.

Zhao Ming, der damalige Präsident von Honor, erklärte in einem Interview mit der South China Morning Post, dass sich die Marke auf die Unabhängigkeit vorbereiten müsse. Dies gipfelte im Verkauf der Marke Honor an ein Konsortium im November 2020. Durch diesen Verkauf verloren die älteren Modelle endgültig ihren Platz in der Entwicklungs-Roadmap von Huawei.

Besitzer der Geräte stehen nun vor dem Problem, dass kritische Anwendungen wie Banking-Apps oder Bezahldienste den Dienst verweigern könnten. Viele dieser Anwendungen setzen eine aktuelle Sicherheitspatch-Ebene voraus, die von Google monatlich definiert wird. Da Huawei keinen Zugriff mehr auf die neuesten lizenzierten Android-Sourcen für diese Hardware hat, bleibt der Softwarestand auf dem Niveau von Android 8 oder 9 stehen.

Sicherheitsrisiken Und Die Rolle Von Drittanbieter-Software

Sicherheitsexperten warnen vor der weiteren Nutzung von Smartphones ohne aktuelle Patches. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt grundsätzlich, keine Geräte für sensible Transaktionen zu nutzen, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Angreifer könnten Schwachstellen in der Bluetooth-Schnittstelle oder im WLAN-Treiber ausnutzen, um Fernzugriff auf das System zu erlangen.

In der Entwicklergemeinschaft auf Plattformen wie XDA Developers bildeten sich Gruppen, die versuchen, alternative Betriebssysteme wie LineageOS auf die Hardware zu portieren. Diese Vorhaben stoßen jedoch auf technische Hürden, da Huawei die Entsperrung des Bootloaders seit 2018 offiziell untersagt hat. Ohne diesen Zugriff ist es für Nutzer fast unmöglich, eine sicherere Softwareversion eigenständig zu installieren.

Der Verzicht auf die Freigabe von Treibern für die Kirin-Prozessoren erschwert die Arbeit der freien Entwickler zusätzlich. Viele Funktionen, wie die Optimierung der Kamera oder die Stabilität der Mobilfunkverbindung, hängen von proprietärem Code ab. Ohne die Unterstützung des Herstellers verlieren die Geräte bei der Nutzung von Custom-ROMs oft an Funktionalität oder Akkulaufzeit.

Nachhaltigkeit Und Der Trend Zum Gebrauchtmarkt

Der Stopp der Updates wirft Fragen zur Nachhaltigkeit in der Elektronikbranche auf. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kritisieren regelmäßig die kurzen Produktzyklen und die fehlende langfristige Softwareunterstützung. Eine Studie des Europaparlaments aus dem Jahr 2021 forderte bereits eine verpflichtende Update-Garantie von mindestens fünf Jahren für Mobiltelefone.

Auf dem Gebrauchtmarkt haben die Geräte der 8er-Serie inzwischen drastisch an Wert verloren. Während sie zum Verkaufsstart für Preise zwischen 400 und 550 Euro gehandelt wurden, erzielen sie heute nur noch Bruchteile dieser Summen. Wiederverkäufer weisen in ihren Beschreibungen oft explizit darauf hin, dass die Geräte nicht mehr für alle modernen Anwendungen geeignet sind.

Trotz der fehlenden Updates gibt es eine Nische von Nutzern, die diese Hardware aufgrund ihrer Robustheit weiterverwenden. Die Reparierbarkeit der älteren Modelle wird von Portalen wie iFixit als moderat eingestuft, was sie für Bastler interessant macht. Dennoch bleibt die Software das schwächste Glied in der Kette der Langlebigkeit.

Rechtliche Rahmenbedingungen In Der Europäischen Union

Die Europäische Union hat mit der Ökodesign-Richtlinie neue Regeln für Smartphones und Tablets auf den Weg gebracht. Diese sehen vor, dass Hersteller ab Juni 2025 für mindestens fünf Jahre Funktions- und Sicherheitsupdates bereitstellen müssen. Für ältere Modelle greifen diese Regelungen jedoch nicht rückwirkend, weshalb die Huawei-Geräte rechtlich nicht geschützt sind.

Verbraucherschützer raten betroffenen Kunden, den Umstieg auf aktuellere Hardware in Erwägung zu ziehen. Die Kosten für eine professionelle Datenrettung nach einem Sicherheitsvorfall übersteigen oft den Restwert der alten Hardware. Zudem profitieren neuere Prozessoren von einer besseren Energieeffizienz, was die Betriebskosten senkt.

Zukunft Der Marke Honor Nach Der Trennung Von Huawei

Nach der Abspaltung von Huawei agiert Honor als eigenständiges Unternehmen und hat wieder vollen Zugriff auf Google-Dienste und westliche Lieferketten. Das Unternehmen versucht derzeit, verlorene Marktanteile in Europa durch neue Flaggschiff-Reihen wie die Magic-Serie zurückzugewinnen. Diese neuen Modelle erhalten nun Update-Zusagen, die mit denen von Samsung oder Google vergleichbar sind.

Branchenanalysten von Canalys beobachten, dass die Loyalität der ehemaligen Kunden durch die Update-Politik von Huawei gelitten hat. Viele Nutzer, die mit der Hardwarequalität der älteren Serien zufrieden waren, wanderten zu Konkurrenten ab, die längere Support-Zeiträume garantieren. Die Strategie von Honor besteht nun darin, durch Transparenz bei Software-Roadmaps neues Vertrauen aufzubauen.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie viele Altgeräte tatsächlich aus dem Netz verschwinden. Statistiken von Mobilfunkbetreibern zeigen oft eine Verzögerung von mehreren Jahren, bis eine Hardwaregeneration vollständig ersetzt ist. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Software-Sicherheit zum primären Faktor für die Kaufentscheidung bei Smartphones wird.

Zukünftig bleibt abzuwarten, ob die Hersteller unter dem Druck der EU-Gesetzgebung ihre Strategien dauerhaft ändern werden. Die Überwachung der Einhaltung dieser neuen Standards obliegt den nationalen Marktüberwachungsbehörden. Für die Generation der Jahre 2016 und 2017 ist dieser Wandel jedoch zu spät gekommen, da deren technischer Support nun endgültig der Vergangenheit angehört.

CL

Christian Lehmann

Christian Lehmann verbindet redaktionelle Sorgfalt mit erzählerischer Klarheit und macht relevante Themen greifbar.