samsung galaxy s24 plus test

samsung galaxy s24 plus test

Wer braucht eigentlich noch das Ultra? Das ist die Frage, die ich mir stellte, als ich das neue mittlere Kind der S-Klasse zum ersten Mal in der Hand hielt. Jahrelang war das Plus-Modell die seltsame Wahl zwischen Vernunft und Wahnsinn, oft übersehen und ein wenig lieblos behandelt. Doch dieses Jahr hat sich das Blatt gewendet. Mein Samsung Galaxy S24 Plus Test zeigt schnell, dass Samsung endlich verstanden hat, wie man die Lücke zwischen dem kompakten Basismodell und dem wuchtigen Titan-Flaggschiff schließt, ohne dabei faule Kompromisse einzugehen. Es geht hier nicht mehr nur um ein größeres Display, sondern um ein Gerät, das technisch fast alles mitnimmt, was die Oberklasse definiert, aber dabei deutlich besser in der Hand liegt als das kantige Ultra-Modell.

Design und Haptik im Alltag

Samsung hat sich beim Gehäuse für eine Evolution entschieden, die man erst beim Anfassen richtig begreift. Der Rahmen ist jetzt flacher, fast schon wie bei einem Industriedesign-Objekt, und die satinierte Rückseite fühlt sich verdammt gut an. Man merkt sofort, dass hier hochwertiges Aluminium verwendet wurde. Im Vergleich zum Vorgänger wirken die Kanten weniger schneidend, was bei einem Gerät dieser Größe wichtig ist. Ich habe das Smartphone mehrere Tage ohne Hülle benutzt. Es rutscht nicht weg, fängt aber auch nicht jeden Fingerabdruck ein wie ein Tatort-Ermittler.

Das Gewicht ist ein entscheidender Faktor. Mit knapp unter 200 Gramm fühlt es sich wertig an, zieht einem aber nicht die Hose aus. Wer kleine Hände hat, wird trotzdem fluchen. Einhandbedienung ist hier eher ein theoretisches Konzept der Marketingabteilung als gelebte Realität. Trotzdem wirkt alles wie aus einem Guss. Die Spaltmaße sind perfekt, die Knöpfe haben einen knackigen Druckpunkt. Es ist dieses Gefühl von Beständigkeit, das man bei einem Preis von über tausend Euro einfach erwartet.

Die Rückkehr der Schärfe

Ein Punkt, der mich besonders freut, ist das Display-Upgrade. Endlich bekommt das Plus-Modell wieder eine QHD-Auflösung spendiert. Das bedeutet 3120 x 1440 Pixel auf 6,7 Zoll. Das ist knackig scharf. Wer behauptet, man sehe den Unterschied zu Full-HD nicht, hat entweder sehr gute Augenoptiker oder lügt sich in die Tasche. Texte wirken wie gedruckt, und bei hochauflösenden Fotos erkennt man Details, die auf dem Standardmodell einfach im Pixelmatsch untergehen.

Helligkeit unter der Mittagssonne

Draußen spielt das Panel seine wahre Stärke aus. Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 2600 Nits kann man selbst bei direktem Sonnenlicht im Biergarten noch problemlos seine Mails checken oder Videos schauen. Die Vision Booster Technologie von Samsung arbeitet hier im Hintergrund und passt die Kontraste so an, dass das Bild plastisch bleibt. Es ist beeindruckend, wie weit die OLED-Technik mittlerweile gekommen ist. Die Farben sind gewohnt kräftig, lassen sich aber in den Einstellungen auf ein natürliches Maß herunterregeln, falls man keine Lust auf den typischen Samsung-Bonbon-Look hat.

Samsung Galaxy S24 Plus Test und die Performance-Frage

In Europa stellt sich bei jedem Samsung-Release die gleiche, fast schon religiöse Frage: Snapdragon oder Exynos? In diesem Samsung Galaxy S24 Plus Test müssen wir der Realität ins Auge blicken, denn hier schlägt der Exynos 2400. Ich weiß, viele Technik-Enthusiasten bekommen bei diesem Namen direkt Schweißperlen auf die Stirn. Aber ich kann Entwarnung geben. In der täglichen Nutzung merkt man keinen negativen Unterschied zum Snapdragon-Pendant, das im Ultra steckt.

Apps öffnen sich ohne Verzögerung. Multitasking mit drei oder vier gleichzeitig geöffneten Fenstern bringt das System nicht ins Schwitzen. Die Grafikleistung in Spielen wie Genshin Impact oder Raytracing-Titeln ist auf einem Niveau, das vor zwei Jahren noch undenkbar war. Was mich jedoch wirklich interessiert hat, war die Hitzeentwicklung. Hier hat Samsung nachgebessert. Die Vapor Chamber, also die interne Kühlung, ist deutlich größer geworden. Selbst nach einer halben Stunde intensiver Nutzung wird das Gehäuse zwar warm, aber niemals unangenehm heiß oder drosselt die Leistung spürbar.

Effizienz und Ausdauer

Der Akku fasst 4900 mAh. Das ist fast Ultra-Niveau. Gepaart mit dem LTPO-Display, das die Bildrate bis auf 1 Hertz herunterschrauben kann, ergibt das eine Laufzeit, die mich locker durch den Tag bringt. Ich starte morgens um sieben Uhr und habe abends um elf meist noch 25 bis 30 Prozent Restkapazität. Das ist solide. Es ist kein Zwei-Tage-Smartphone, aber man muss keine Angst haben, dass einem um 18 Uhr der Saft ausgeht.

Laden mit angezogener Handbremse

Ein Kritikpunkt bleibt die Ladegeschwindigkeit. Samsung nennt 45 Watt „Super-Schnellladen“. In einer Welt, in der chinesische Konkurrenten mit 100 Watt oder mehr um sich werfen, wirkt das fast schon niedlich. Man braucht etwa eine gute Stunde für eine volle Ladung. Das ist okay, aber eben nicht bahnbrechend. Man gewöhnt sich daran, über Nacht zu laden oder zwischendurch kurz dranzuhängen, aber ein echter Gamechanger ist das nicht.

Kamera im Praxiseinsatz

Die Kameraausstattung liest sich auf dem Papier unspektakulär: 50 Megapixel Hauptsensor, 12 Megapixel Ultraweitwinkel und 10 Megapixel Tele mit dreifachem optischem Zoom. Aber Zahlen sind nicht alles. Samsung hat massiv an der Software-Optimierung gearbeitet. Die Bilder wirken natürlicher als früher. Der Dynamikumfang ist gewaltig. Wenn man gegen die Sonne fotografiert, schafft es der Sensor immer noch, Details in den Schatten zu bewahren, ohne dass der Himmel komplett ausbrennt.

Nachtfotografie und Porträts

Sobald die Sonne untergeht, schaltet sich die KI ein. Die Rauschunterdrückung ist effektiv, schmiert aber Details nicht so stark zu wie bei früheren Generationen. Der Porträtmodus ist nach wie vor einer der besten auf dem Markt. Die Trennung zwischen Vordergrund und Hintergrund funktioniert selbst bei fliegenden Haaren erstaunlich präzise. Man sieht, dass Samsung viel Zeit in die Algorithmen gesteckt hat, die auf der offiziellen Seite von Samsung oft als ProVisual Engine beworben werden.

Videoqualität für Content Creator

Wer viel filmt, wird das Gerät lieben. Die Stabilisierung ist phänomenal. Man kann fast rennen, und das Bild sieht trotzdem so aus, als würde die Kamera auf Schienen gleiten. 4K mit 60 Bildern pro Sekunde ist der Standard, und man kann während der Aufnahme zwischen allen Objektiven wechseln, ohne dass es ruckelt oder die Farben sich plötzlich ändern. Das ist echte Ingenieurskunst.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz

Samsung nennt es Galaxy AI. Es ist das große Thema dieses Jahres. Manche Funktionen sind Spielerei, andere wirklich nützlich. Die Live-Übersetzung bei Telefonaten funktioniert überraschend gut, solange man nicht versucht, komplizierte philosophische Debatten zu führen. Für eine Tischreservierung in Italien oder eine kurze Nachfrage beim Hotel in Paris reicht es allemal. Es nimmt einem die Hemmung, in einer fremden Sprache zu kommunizieren.

Das ist mein persönlicher Favorit. Man hält den Home-Button gedrückt, kreist etwas auf dem Bildschirm ein und Google sucht danach. Es ist intuitiv. Man sieht einen Schuh in einem Video, kreist ihn ein und weiß zwei Sekunden später, wo man ihn kaufen kann. Das spart das mühsame Tippen von Beschreibungen in die Suchmaske. Es fühlt sich natürlich an und integriert sich in den Workflow, ohne aufdringlich zu sein.

KI in der Bildbearbeitung

Man kann jetzt Objekte im Bild verschieben oder ganz löschen. Die Lücken füllt das System dann mit generierten Inhalten auf. Das klappt mal gut, mal weniger gut. Bei komplexen Hintergründen sieht man bei genauem Hinsehen oft noch Artefakte. Aber für ein schnelles Posting auf Social Media, bei dem nur der störende Mülleimer im Hintergrund weg soll, ist es perfekt. Es ersetzt keinen Profi mit Photoshop, aber es macht Bildbearbeitung für jeden zugänglich.

Software und Langzeitversprechen

Ein riesiges Plus ist die Update-Garantie. Sieben Jahre lang soll das Gerät mit Android-Updates und Sicherheitspatches versorgt werden. Das ist eine Ansage. Wenn man bedenkt, dass die Hardware heute so leistungsstark ist, dass sie auch in fünf Jahren noch flüssig laufen wird, macht das den hohen Anschaffungspreis erträglicher. Das Smartphone wird so zu einer langfristigen Investition statt zu einem Wegwerfartikel nach zwei Jahren.

Die One UI 6.1 Oberfläche ist mittlerweile sehr erwachsen geworden. Sie ist aufgeräumt, bietet aber dennoch unzählige Anpassungsmöglichkeiten für Leute, die gerne an jedem Detail schrauben. Man kann Sperrbildschirme individualisieren, Routinen automatisieren und das gesamte Design mit Good Lock noch weiter verändern. Es ist ein System, das mit dem Nutzer wächst.

Der Vergleich mit der Konkurrenz

Man darf nicht vergessen, dass der Markt hart umkämpft ist. Da ist das iPhone 15 Pro, das mit seinem Titanrahmen und dem Apple-Ökosystem lockt. Oder das Google Pixel 8 Pro, das bei der Kamera softwareseitig oft noch ein Quäntchen mehr rausholt. Doch das Gesamtpaket hier ist extrem stimmig. Wer ein Android-Smartphone sucht, das einfach funktioniert, ein brillantes Display bietet und sich keine echten Patzer erlaubt, landet zwangsläufig bei diesem Modell.

Nicht verpassen: not your typical reincarnation

Die Integration in das restliche Samsung-Ökosystem ist ebenfalls ein Argument. Wer eine Galaxy Watch oder die Buds besitzt, profitiert von Funktionen wie dem automatischen Gerätewechsel. Es erinnert ein wenig an den goldenen Käfig von Apple, nur eben in der Android-Welt. Man kann es nutzen, muss es aber nicht. Das ist die Freiheit, die viele Nutzer schätzen.

Warum das Plus oft die bessere Wahl ist

Viele greifen reflexartig zum Ultra, weil sie das „Beste vom Besten“ wollen. Aber Hand aufs Herz: Wer nutzt den S-Pen wirklich täglich? Wer braucht den 100-fachen Zoom öfter als einmal zum Ausprobieren auf einer Party? Das Plus-Modell bietet das gleiche hervorragende Display und die gleiche Software-Erfahrung, ist aber handlicher und günstiger. Es ist das Gerät für die Leute, die ein großes Display wollen, aber kein klobiges Werkzeug mit sich herumschleppen möchten.

In meinem samsung galaxy s24 plus test hat sich gezeigt, dass die Balance zwischen Größe und Leistung hier fast ideal getroffen wurde. Es fühlt sich nicht wie ein Kompromiss an. Es fühlt sich wie die bewusste Entscheidung für Ergonomie an, ohne auf die technischen Spielereien verzichten zu müssen, die ein modernes Flaggschiff ausmachen.

Nachhaltigkeit und Umwelt

Auch das ist ein Thema, das man nicht ignorieren darf. Samsung verwendet mehr recycelte Materialien als je zuvor. Kobalt im Akku, Seltenerdmetalle in den Lautsprechern – vieles davon stammt aus Recyclingkreisläufen. Die Verpackung ist komplett plastikfrei. Das rettet nicht im Alleingang den Planeten, aber es ist der richtige Weg für einen Massenhersteller. Wer Wert auf Langlebigkeit legt, findet bei Portalen wie iFixit Informationen zur Reparierbarkeit, die bei Samsung in den letzten Jahren stetig besser geworden ist.

Konnektivität und Funk

5G ist natürlich an Bord und die Empfangsleistung ist exzellent. Selbst in schwierigen Funkzellen im ländlichen Raum hält das Gerät die Verbindung stabil. Wi-Fi 6E sorgt zu Hause für extrem schnelle Datenraten, sofern man den passenden Router besitzt. Bluetooth 5.3 ist ebenfalls vorhanden und bietet eine stabile Verbindung zu Kopfhörern und Smartwatches. Hier gibt es keine bösen Überraschungen.

Praktische Schritte zur Kaufentscheidung

Bevor du jetzt losläufst und dein Geld auf den Tresen legst, solltest du kurz innehalten. Überlege dir genau, was dir wichtig ist. Wenn du die absolut beste Kamera auf dem Markt willst, führt kein Weg am Ultra oder dem iPhone Pro Max vorbei. Wenn du jedoch ein Smartphone suchst, das im Alltag glänzt, ein fantastisches Display hat und sieben Jahre lang aktuell bleibt, dann ist das Plus-Modell dein Kandidat.

👉 Siehe auch: 6 3 klinke auf
  1. Gehe in einen Laden und nimm das Gerät in die Hand. Die Haptik ist der größte Unterschied zum Vorgänger und zum Ultra.
  2. Prüfe deine aktuellen Verträge. Oft gibt es das Gerät bei Mobilfunkanbietern wie der Deutschen Telekom in attraktiven Bundles, die den hohen Einstiegspreis relativieren.
  3. Überlege dir, wie viel Speicher du wirklich brauchst. Da es keinen microSD-Slot gibt, musst du dich vorher festlegen. 256 GB sind für die meisten ausreichend, aber 4K-Viel-Filmer sollten über 512 GB nachdenken.
  4. Schau dir die Farbauswahl an. Die exklusiven Farben im Samsung Online-Shop sind oft schicker als das Standard-Schwarz oder Grau, das man überall bekommt.

Letztlich ist das Smartphone ein Werkzeug, das uns durch den Tag begleiten soll. Es muss zuverlässig sein, Spaß machen und uns nicht im Stich lassen. Das hier getestete Modell erfüllt all diese Kriterien mit Bravour. Es ist kein revolutionärer Sprung, aber eine so konsequente Verbesserung an den richtigen Stellen, dass es für mich aktuell eines der rundesten Pakete auf dem Markt ist. Wer auf den S-Pen verzichten kann, bekommt hier das vielleicht beste Samsung-Smartphone des Jahres. Ohne den unnötigen Ballast, aber mit aller Kraft, die man im Alltag braucht. Es ist das erwachsene Smartphone für Leute, die wissen, was sie wollen. Man muss nicht mehr der Lauteste im Raum sein, um der Beste zu sein. Dieses Gerät beweist das eindrucksvoll.

DK

David Krause

David Krause spezialisiert sich darauf, komplexe Sachverhalte verständlich und präzise aufzubereiten.